3.1 Operation: Ein Ereignis, das dem Kreuzen einer hypothetischen Grenze von einem Raum, Zustand oder Inhalt außen zu einem Raum, Zustand oder Inhalt innen oder umgekehrt von einem Raum, Zustand oder Inhalt innen zu einem Raum, Zustand oder Inhalt außen entspricht (=Veränderung) soll Operation genannt werden.

Operationen sind zunächst einmal als Aktivitäten zu verstehen, durch eine eine Veränderung herbeigeführt wird bzw. die mit einem Wandel verbunden sind. Wenn sie bzw. ihre Wirkung (d.h. die Veränderung) beobachtet (d.h. unterschieden und bezeichnet) wird, dann entspricht dies dem Kreuzen der Grenzen zwischen innen und außen. Und wenn die Innenseite bezeichnet ist, die Außenseite aber nicht, so führt die Veränderung zu in einen Raum, Zustand oder Inhalt, der unbekannt ist bzw. von dem niemand weiß, wie er ihn nennen soll oder kann (z.B. „Paradies“ oder „Hölle“, „glorreiche Zukunft“ oder „Abgrund“).

Allerdings, das sei vorweg genommen, kann auch das Umgekehrte der Fall sein: Es bedarf einer Operation, die verhindert, dass die Grenze gekreuzt wird, d.h. es bedarf der Aktivität, um Veränderung/Wandel zu verhindern bzw. eine andere, zum Kreuzen der Grenze führende Aktivität zu kompensieren. Nur durch derartige Operationen kann der Status quo aufrechterhalten werden.

Literatur:

„Wenn jede Operation ein zeitpunktabhängiges Ereignis ist, das verschwindet, sobald es aktualisiert ist, und folglich durch ein anderes Ereignis ersetzt werden muß, wenn überhaupt eine Sequenz von Operationen, also ein System zustandekommen soll (was nicht sein muß!), erfordert jeder Fortgang der Operierens ein Kreuzen der Grenze der Form, nämlich einen Übergang zu etwas auf der anderen Seite, was vorher nicht bezeichnet war.“

Luhmann, Niklas (1997): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt (Suhrkamp) S. 54.




7 Gedanken zu “3.1 Operation: Ein Ereignis, das dem Kreuzen einer hypothetischen Grenze von einem Raum, Zustand oder Inhalt außen zu einem Raum, Zustand oder Inhalt innen oder umgekehrt von einem Raum, Zustand oder Inhalt innen zu einem Raum, Zustand oder Inhalt außen entspricht (=Veränderung) soll Operation genannt werden.”

  1. … das ist mal wieder bezeichnend, dass er die Logik & die Mathematik außen vor läßt,
    vermutlich um sich den Schritt vom Trottoir runter einzusparen,
    bei dem man so leicht umknicksen kann, wenn man aus dem Landauer raushuppst

  2. der Schritt vom Trottoir,
    die Entscheidung für ein Kind,
    die Entscheidung für diese DNA,
    für dieses kulturelle Territorium …

    das Verlassen des Status quo …

  3. @1: „die Logik & die Mathematik = Schritt vom Trottoir runter“
    „Mit Logik und Mathematik ist beim praktischen Operieren überhaupt nichts anzufangen“, sagt der Neurochirurg.

  4. @FBS: Bei Ihrem vorherigen Satz 3. fehlt die Kommentarfunktion.

    Zu Ihrer Aussage, dass es keine gute Idee sei, Überschriften zu erläutern: Überschriften stehen unterm Generaldiktat von Kaufen und Verkaufen und folgen der alten AIDA-Regel (Attention, Desire, Interest, Action). Eine Überschrift soll Aufmerksamkeit, Verlangen und Interesse wecken und eine Handlung auslösen, nämlich den folgenden Beitrag zu lesen. Dass die Überschrift „Operation, Funktion, Prozess“ dieser Regel folgt, scheint mir nahe zu liegen, regt sie doch zum Nachdenken über deren Bedeutung an – wie Ihr Kommentar schlagend beweist.

  5. … was aber nicht bedeutet, daß man sich gleich einer Kreuzfahrt auf einem der mittlerweile allseits präsenten Luxusdampfer anschließen müßte …

    https://literaturkritik.de/id/14658

    Man muß allerdings schon wissen, was den Unterschied in und von „Das hier ist Wasser“ macht. …

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