30.9 Schlaf: Im Schlaft kommt es zu einer vorübergehenden Entkopplung des Bewusstseins vom aktuellen sozialen System, an dem es im Wachzustand teilnimmt.

Die Entkopplung des Bewusstseins von der Kommunikation, wie sie im Schlaf geschieht, bedeutet nicht, dass das Bewusstsein aufhört zu arbeiten. Aber die soziale Fokussierung der Aufmerksamkeit, die fast zwangsläufig mit der Teilnahme an Kommunikation verbunden ist, ist außer Kraft gesetzt. Das Bewusstsein muss sich nicht mit den Mitteilungen andere Kommunikationsteilnehmer beschäftigen, hat keine Sinnsuche oder Bedeutungszuschreibung zu den Geschehissen in seiner Umwelt vorzunehmen, und ist nicht mit einer Datenflut konfrontiert. Es wird, kurz gesagt, nicht durch durch seine soziale Umwelt perturbiert/irritiert. Es kann/muss sich – ohne äußere, soziale Anregung oder Störung – mit den Irritationen/Perturbationen durch den Organismus als bleibender relevanter Umwelt beschäftigen. Was geblieben ist, ist die Kopplung an den Organismus und dessen Strukturen und Prozesse.




3 Gedanken zu „30.9 Schlaf: Im Schlaft kommt es zu einer vorübergehenden Entkopplung des Bewusstseins vom aktuellen sozialen System, an dem es im Wachzustand teilnimmt.“

  1. @“nicht mit einer Datenflut konfrontiert“
    Wie konzeptionalisieren Sie Träume? Träume können als Bewusstseinsprozesse betrachtet werden.

  2. @1: Ja, Träume sind Bewusstseinsprozesse. Aber die „Irritation“ durch all die Wahrnehmungen, die im Wachzustand erfolgen, sind ausgeblendet bzw., wenn das nicht gelingt, werden sie in die Träume eingebaut (z.B. das Klingeln des Weckers), bis sie dann so nicht mehr neutralisiert werden können und zum Erwachen führen – einem anderen Bewusstseinszustand.

  3. @2: Träume dienen ja gerade der Verarbeitung (Daten-Selektion und Daten-Speicherung) der Datenfluten, die auf das wache Bewusstsein eingeströmten.

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