32.1 Das Bewusstsein des Neugeborenen entwickelt sich nach Maß gabe der Nichtanpassung des Organismus an den nachgeburtlichen physischen und sozialen (interaktionellen/kommunikativen) Kontext, d.h. aufgrund der mangelhaften Befriedigung seines Sauerstoff-, Flüssigkeits- und Nährstoffbedarfs bzw. des Verlusts der physiologischen Homöostase.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch schon vorgeburtlich Bewusstsein entsteht, wenn es zu irgendwelchen Problemen der intrauterinen Versorgung des noch ungeborenen Kindes kommt. Und einige Autoren meinen, dass das Geburtsrauma langfristig strukturierend für die Entwicklung der Psyche sei. Man kann sich das schon vorstellen, dass die Geburt auch für das Kinde eine ziemlich Quälerei sein kann. Aber all das sind – mehr oder weniger – berechtigte Spekulationen. Wahrscheinlich müsste man untersuchen, ob es unter Menschen, die per Kaiserschnitt geboren wurden, mehr oder weniger Menschen gibt, die unter Klaustrophobie leiden oder Höhlentaucher geworden sind… Bis dahin kann aber auf jeden Fall festgestellt werden, dass der Übergang von der biologischen Umwelt des mütterlichen Organismus hin in eine soziales System, d.h. ein Interaktionssystem, revolutionär ist und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu immer wiederkehrenden physiologischen Ungleichgewichtszuständen führen muss, d.h. zu Anlässen der Bewusstwerdung aufgrund der Nichtanpassung an die aktuelle Umwelt.




Ein Gedanke zu „32.1 Das Bewusstsein des Neugeborenen entwickelt sich nach Maß gabe der Nichtanpassung des Organismus an den nachgeburtlichen physischen und sozialen (interaktionellen/kommunikativen) Kontext, d.h. aufgrund der mangelhaften Befriedigung seines Sauerstoff-, Flüssigkeits- und Nährstoffbedarfs bzw. des Verlusts der physiologischen Homöostase.“

  1. „ … aber ist nicht ohnehin jedes Formulieren, auch von etwas tatsächlich Passiertem, mehr oder weniger fiktiv? Weniger, wenn man sich begnügt, bloß Bericht zu erstatten; mehr, je genauer man zu formulieren versucht?“ Peter Handke, Wunschloses Unglück, 1972, S. 24

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