32.2.3 Die je nach sozialem System unterschiedliche Interaktion mit anderen Menschen (z. B. Mutter-Kind-Interaktion) sorgt für das (je nachdem: schnelle, langsame, schleppende, mangelnde …) Stillen der körperlichen kindlichen Bedürfnisse (und damit die Beseitigung der Unlust), das heißt, ein soziales System tritt funktionell an die Stelle der physiologischen Regulationsmechanismen des mütterlichen Organismus (=Äquifunktionalität).

Dass physiologische Regelungsmechanismen oder Befriedigungen von körperlichen Bedarfen auch durch Interventionen des sozialen Systems ersetzt werden können, zeigt nicht nur der mit der Geburt verbundene Milieuwechsel für das Kind, sondern auch im Erwachsenenalter können z.B. medizinische Maßnahmen an die Stelle körperlicher Funktionen treten.

Das beginnt bei der Bluttransfusion, wo die – zu langsame – körpereigene Produktion roter Blutkörperchen im Falle großen Blutverlustes durch Transfusion kompensiert wird, setzt sich dann in der Apparatemedizin fort, wenn eine künstliche Niere die Reinigung des Blutes übernimmt, oder auch in der Prothetik, wenn künstliche Gliedmaße die Funktion amputierter Körperteile übernehmen. Stets ist das Ziel Äquifunktionalität, d.h. die gleiche Funktion mit anderen Mitteln zu erreichen und aufrechtzuerhalten.




3 Gedanken zu „32.2.3 Die je nach sozialem System unterschiedliche Interaktion mit anderen Menschen (z. B. Mutter-Kind-Interaktion) sorgt für das (je nachdem: schnelle, langsame, schleppende, mangelnde …) Stillen der körperlichen kindlichen Bedürfnisse (und damit die Beseitigung der Unlust), das heißt, ein soziales System tritt funktionell an die Stelle der physiologischen Regulationsmechanismen des mütterlichen Organismus (=Äquifunktionalität).“

  1. @“Befriedigungen von körperlichen Bedarfen“

    Finden Sie „Bedarfe“ besser als „Bedürfnisse“?
    Das Wort „Bedarf“ bedeutet „ein Bündel an Bedürfnissen“.
    Das Wort „Bedarfe“ wird von Sozialämtern verwendet für materielle Dinge, die ein Bedürftiger benötigt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bedarf

  2. @1: Ja, ich habe lange überlegt, ob Bedürfnisse nicht der bessere Begriff wäre. Aber der scheint mir schon zu sehr psychisch konnotiert. Bedürfnisse werden erlebt, gespürt usw., aber es geht ja hier um den körperlichen, d.h. physiologischen, „Bedarf“, der dann erst in eine „Bedürfnis“ transformiert werden muss…

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