33.1.2 Wenn davon gesprochen wird, dass Kommunikation stattfindet, so wird vom Beobachter ein generierender Mechanismus für das Verhalten mehrerer Menschen oder anderer Akteure konstruiert.

Dass Kommunikation nicht direkt beobachtbar ist, scheint für das Zusammenleben von Menschen (und Tieren) kein größeres Problem zu sein – vielleicht sogar ein Vorteil. Offenbar reicht es dem Teilnehmer an der Kommunikation, wenn er das Verhalten eines anderen Menschen daraufhin untersucht (=Hypothesenbildung), was der oder die ihm oder ihr wohl mitteilen (oder auch verheimlichen) will. In beiden Fällen wird das Verhalten kausal den Intentionen dessen, der sich verhält, zugeschrieben. Daher ist es auch verständlich, wenn Kommunikation im alltäglichen Sprachgebrauch als Handlung eines Subjekts betrachtet wird. Aus systemtheoretischer Perspektive ist dies aber nicht nützlich. Stattdessen wird Kommunikation als eine Operation betrachtet, an der in der Regel mehrere Personen beteiligt sind (obwohl man natürlich auch Selbstgespräche führen kann). Sie koppelt die Teilnehmer, sei es in der Face-to-Face-Interaktion, sei es per Fernkommunikation, und wird so zu konstituierenden Operation von sozialen Systemen…




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