33.2 Verstehen: Um sich an einem menschlichen Kommunikationssystem zu beteiligen, muss man sein eigenes Verhalten und das Verhalten anderer Menschen als Mitteilung (von irgendwas = Information) interpretieren, d. h. als Teilnahme an Kommunikation deuten und ihm einen (vermeintlich) gemeinten Sinn zuschreiben.

Nur wenn die Interaktionspartner sich gegenseitig unterstellen, dass sie ähnlich wie sie selbst „ticken“ und wie sie selbst ihrem eigenen Verhalten und dem des anderen Sinn zuschreiben, können  sie sich gegenseitig »verstehen« oder auch „mißverstehen“ – was aber ebenfalls eine Form des Verstehens als Zuschreibung von Sinn wäre, der auch als „Unsinn“ disqualifiziert werden könnte…

 

Literatur:

„Erst bei sozialer Reflexivität, erst wenn es um das Erleben des Erlebens und Handelns anderer Systeme geht, kommt die besondere Form der Sinnverarbeitung in Betracht, die man »Verstehen« nennt. Sinnerfassen selbst ist noch kein Verstehen in disem anspruchsvollen Sinne. Vielmehr kommt Verstehen nur zum Zuge, wenn amn Sinnerleben bzw. sinnhaftes Handeln auf andere Systeme mit einer eigenen System/Umwelt-Differenz projiziert.“

Luhmann, Niklas (1984): Soziale Systeme. Frankfurt (Suhrkamp) S. 110.

 




Ein Gedanke zu „33.2 Verstehen: Um sich an einem menschlichen Kommunikationssystem zu beteiligen, muss man sein eigenes Verhalten und das Verhalten anderer Menschen als Mitteilung (von irgendwas = Information) interpretieren, d. h. als Teilnahme an Kommunikation deuten und ihm einen (vermeintlich) gemeinten Sinn zuschreiben.“

  1. @“Nur wenn die Interaktionspartner sich gegenseitig unterstellen, dass sie ähnlich wie sie selbst „ticken““

    Häufig genug erlebe ich es, dass die Grundhaltung zweier Interaktionspartner lautet: „Ach, du verstehst mich einfach nicht!“ – ob nun zwischen Ehepartnern oder Eltern und Kindern.
    Und zwar im Sinne von: Wir ticken völlig unterschiedlich. Selbst zwischen Politikern soll das vorkommen.

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