33.2.2 fbs

Anders als im technischen Modell der Kommunikation, wo der Sender (das „Erste Deutsche Fernsehen“/ARD strahlt z.B. die „Tagesschau“ aus) bestimmt, was beim Empfänger ankommt (die Tagesschau erscheint im heimischen Fernsehapparat auf dem Bildschirm), legt in der menschlichen Kommunikation der (vermeintliche) Empfänger fest, was bei ihm „ankommt“, d.h. welche Deutung er dem Verhalten bzw. den jeweiligen Verhaltensweisen der Beteiligten (d.h. seinen eigenen und denen des oder der anderen) zuspricht (und das kann er obendrein im Laufe der Zeit auch noch nachträglich verändern). Was technisch übertragen wird, sind keine Informationen (im oben definierten Sinn), sondern lediglich Signale, d.h. elektromagnetische Wellen, die – wenn man von Störungen mal absieht (dem Knistern und Knattern im Radio, den Schnee auf dem Bildschirm) determinieren können, „was“ – an Signalen – beim Empfängsgerät ankommt, nicht aber beim Zuschauer.

Der Unterschied zu menschlicher Kommunikation wird wahrscheinlich am leichtesten nachvollziehbar, wenn man sich an das bei Kindergeburtstagen beliebte Spiel „Stille Post“ erinnert, bei dem ein Satz einem Teilnehmer ins Ohr geflüstert wird, und er dann weitererzählt, was er verstanden hat bzw. verstanden zu haben meint. Wenn der letzte wiedergibt, was bei ihm „angekommen“ ist, dürfte der Ursprungssatz kaum mehr wiederzuerkennen sein.

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