33.5.3 Aus unterschiedlichen Interpunktionen ergeben sich unterschiedliche – konfliktträchtige – Möglichkeiten der Wirklichkeits konstruktion.

Das ist regelmäßig in Konfliktfällen festzustellen, wenn man mit den Konfliktparteien spricht. In der Hinsicht gibt es keine großen Unterschied zwischen der Frage, ob das eine Kind im Sandkasten dem anderen zuerst das Eimerchen weggenommen hat, oder das andere zuerst mit dem Schäufelchen gehauen hat; in allen Fällen wird der Interaktionsprozess unterschiedlich interpunktiert, so dass unterschiedlichen Reiz-Reaktions-Muster konstruiert werden, die jeweils das eigene Handeln legitimieren…

Daher können Konflikte so gut wie nie ohne Einschaltung eines neutralen Dritten zu einem Ende gebracht werden.




Ein Gedanke zu „33.5.3 Aus unterschiedlichen Interpunktionen ergeben sich unterschiedliche – konfliktträchtige – Möglichkeiten der Wirklichkeits konstruktion.“

  1. … sowie die Möglichkeit für alternative Wirklichkeitskonstruktionen als letztem Ausweg aus dem Konflikt, sodass beide ihre Gesichter wahren können und beide das Gefühl haben, im Recht gewesen zu sein. Man muss die Sache bloß lang genug hin- und herwälzen und hypothetisieren und übertreiben und infrage stellen und noch mal vorn beginnen.

    Das ist mühsam, aber besser als ein endgültiges Urteil mit Gewinner und Verlierer.

    „Nicht der Zweifel, die Gewissheit ist das, was wahnsinnig macht.“
    Friedrich Nietzsche, Ecce Homo. Wie man wird, was man ist; 1888

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