33.6 Soziale Kognition: Das Verstehen anderer Menschen entwickelt sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte eines Individuums stufenweise als Übernahme unterschiedlicher Innen- und Außen- Perspektiven der Beobachtung.

Die Entwicklung der sozialen Kognition bei Kindern und Jugendlichen wurde von Entwicklungspsychologen im Anschluß an die Studien von Jean Piaget untersucht. An erster Stelle sind hier die empirischen Studien  zur Entwicklung moralischer Urteile (Kohlberg) und von zur Perspektivenübernahme (Selman) zu nennen.

Dabei haben sich Niveaus der Entwicklung der Perspektivübernahme feststellen lassen, die zeitlich nacheinander geordnet sind, beginnend bei der Egozentrik als infantilster Form der Beobachtung, die dann gefolgt wird von der Fähigkeit die Perspektive des Anderen einzunehmen und schließlich der Fähigkeit aus der fiktiven Außenperspektive auf die Interaktion zu schauen.

Dass dies aber keineswegs allen oder durchweg gelingt, kennt wahrscheinlich ja jeder von sich selbst. Das sogenannte „Zirkuläre Fragen“ der systemischen Therapie stellt eine Technik dar, bei der durch triadische Fragen die Perspektive eines dritten, außenstehenden Beobachters in die Kommunikation eingeführt wird, sei es, dass er anwesend ist und über die Beziehung und Interaktion zweier Anwesender befragt wird, sei es, dass ein Einzelner oder ein Paar nach der Antwort eines hypothetischen Beobachters ihrer Interaktion/Beziehung befragt wird.




7 Gedanken zu „33.6 Soziale Kognition: Das Verstehen anderer Menschen entwickelt sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte eines Individuums stufenweise als Übernahme unterschiedlicher Innen- und Außen- Perspektiven der Beobachtung.“

  1. Im Internet/ YouTube wird vielfach über Narzissmus berichtet, einem egozentrischen Denken/ Verhalten,
    das für den Partner überraschend, erschreckend ist,
    als kaum vorstellbar erlebt wird.

  2. @1 Ja, die (zunehmende?) Unfähigkeit, aus der fiktiven Außenperspektive auf die Interaktion zu schauen, ist immer wieder erschreckend. Und wer hat schon immer seinen Coach dabei, der einem zirkuläre Fragen stellt? Da hilft bloß noch Meditation!

  3. komisch …
    … und ich wundere mich in solchen Situationen stets unmittelbar, daß ich -sofern mit derlei bedrückend interaktiven Konstellationen konfrontiert- irgendwie derart erschöpfend neben mir zu stehen beginne,
    sodaß mir schlußendlich nur eine einzige Wahl bleibt, mich ganz radikal zu einem – heutzutage als „power nap“ bezeichneten Nickerchen kurz mal auf die Couch zu legen

    Irgendwie weiß ich mir -angesichts all des interaktiven Furors rundum- dann auch nicht anders zu helfen. Aber unterm Strich funktioniert das am Ende dann doch eigentlich ganz gut.

  4. Mediation, so denke ich, kann nur helfen beim Auffinden von Tauschobjekten,
    dann kann gehandelt, verhandelt werden.

    Dieses Mitfühlen, jenseits von oberflächlichem Gerede, ist an eigene, erlebte Kognitionen gebunden. Wer nie krank war weiß nicht was das ist, wie sich das anfühlt …
    Mitgefühl entsteht durch Erfahrung …wenn es denn zugelassen wird ..

  5. @5 Meditation war gemeint bei bedrückenden interaktiven Konstellationen.

    Aber Mediation ist auch nicht so schlecht.

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