34.5.4 Die Spielregeln des Sprechens erhalten sich autonom, d. h. unabhängig von den konkreten Teilnehmern an der Kommunikation, solange bzw. dadurch, dass sie befolgt werden.

Sprachen sind autonom, insofern als sie nicht auf spezifische Sprecher angewiesen sind. Sie überleben solange, wie sie gesprochen werden. Dass sie das tun, ist keineswegs sicher, denn Sprachen gehören genauso wie seltene Pflanzen zu den bedrohten „Arten“.

Die Liste der bedrohten Sprachen, die von der Unesco herausgegeben wird, ist erschreckend lang (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedrohter_Sprachen).

Erschreckend ist dieses Sprachensterben deswegen, weil mit jeder sterbenden Sprache auch eine Weise, die Welt zu sehen und zu denken, verloren geht. Und es könnte durchaus sein, dass irgendwann mal alle Menschen nur noch eine Sprache sprechen (wahrscheinlich Englisch bzw. Amerikanisch oder Chinesisch). Die Verbreitung einer Sprache ist immer Nebenwirkung imperialer und imperialistischer politischer Systeme, die von unterworfenen oder sich freiwillig unterordnenden Völkern die Anpassung an die Sprache der Herrscher fordern oder wahrscheinlich macht. So sprechen in der Mandschurei (China) – laut der ziteirten Wikipedia-Liste – nur noch 100 Menschen Mandschu; und auch in Xinqiang und Tibet wird eine strikte Politik der Unterdrückung der Ursprungssprache praktiziert.




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