34.5.5 Sprachen können als autopoietische Systeme betrachtet werden, da sie in der Lage sind, sich selbst zu reproduzieren, indem sie sich ihre (austauschbaren) Sprecher suchen.

Man kann sich darüber streiten, ob Sprachen sinnvollerweise als autopoietische Systeme zu betrachten sind. Auf jeden Fall ist Voraussetzung dafür, dass sie gesprochen wird. Aber das gilt für alle sozialen Systeme: Sie existieren nur solange weiter, wie die Kommunikation, die sie herstellt und erhält, fortgesetzt wird. So auch bei jeder Sprache: Nur solange sie gesprochen wird, existiert sie. Da die Sprecher austauschbar sind, haben sie als „Spiele“ große Änlichkeiten zu anderen Spielen, die sich selbst reproduzieren müssen und dies durch die ständige Rekrutierung neuer Spieler schaffen.

Dass Sprache als Medium der Kommunikation fungiert, ist kein Widerspruch zu ihrer Charakterisierung als autopoietisches System. Schließlich kann auch der Organismus als Medium fungieren (s. Sätze 25ff.).




Ein Gedanke zu „34.5.5 Sprachen können als autopoietische Systeme betrachtet werden, da sie in der Lage sind, sich selbst zu reproduzieren, indem sie sich ihre (austauschbaren) Sprecher suchen.“

  1. Was ist mit „toten“ Sprachen? Die werden sogar noch unterrichtet, obwohl sie nicht mehr zum Zweck aktueller Kommunikation gesprochen werden (Latein, Altgriechisch, Althebräisch, Altkirchenslawisch etc.).

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