36.2 Deskriptive (=beschreibende) Regeln: Definieren das Spielfeld (=Kontext), in dem die jeweiligen Spielregeln gelten.

Klassisches Beispiel für deskriptive Regeln sind die sogenannten Naturgesetze. Mit ihrer Hilfe werden Gesetzmäßigkeiten beschrieben, die sich dem Beobachter durch – mehr oder weniger – systematische Beobachtungen erschließen, und an die er sich – wohl oder übel – anpassen muss.

Aber auch im gesellschaftlichen Bereich gibt es beschreibende Regeln. Beispiel: Im Sport gibt es ein begrenztes Spielfeld, das, wie etwa beim Fußball, deutlich markiert ist. Um beim Fußball zu bleiben: Auf dem Spielfeld darf der Ball – außer beim Einwurf oder vom Torwart – nur mit dem Fuß getreten oder geköpft werden; außerhalb des Spielfelds, d.h. auch: außerhalb des Spiels, gelten diese Regeln nicht, und jeder kann mit dem Ball machen, was er will.Um das tun zu können, muss man zunächst die beschreibenden Regeln kennen und akzeptieren (d.h. man kann sie im Gegensatz zu den Naturgesetzen auch ablehnen).

Analoges gilt für Situationen, die üblicherweise nicht als Spiel bezeichnet werden: Im Privatleben werden andere Verhaltensregeln befolgt als im Berufsleben usw. In dem Fall sind die deskriptiven Regeln eng verbunden mit Verboten und Geboten, die zu beachten sind. Hier kann es zu mancherlei Verwirrungen kommen, wenn es zwischen beteiligten Akteuren unterschiedliche Beschreibungen des „Spielfelds“ gibt.

 

Literatur:

„Die Naturgesetze sind deskriptiv. Sie beschreiben die Regelmäßigkeiten, die der Mensch in den Naturvorgängen entdeckt zu haben glaubt. Sie sind wahr oder falsch. Die Natur ‚gehorcht‘ nicht – es sei denn metaphorisch – ihren eigenen Gesetzen.“

Wright, Georg Henrik von (1963): Norm und Handlung. Eine logische Untersuchung. Königstein (Scriptor Verlag) 1979, S.39.




Schreibe einen Kommentar