36.2.1 Deskriptive Regeln beschreiben Wirklichkeiten, die von den potentiellen (Mit-) Spielern als gegeben akzeptiert werden.

Ein zentraler Unterschied zwischen sozialen beschreibenden Regeln und Gesetzen von Naturvorgängen vs. sozialer Prozesser, besteht darin, dass man sich zum einen leichter über die Beschreibung von Naturvorgängen einigen kann als über soziale Abläufe (obwohl die Geschichte zeigt, dass man wegen einer nicht allgemein akzeptierten Beschreibung auf dem Scheiterhaufen enden kann), zum anderen, dass man – selbst wenn man sich allgemein auf eine Beschreibung einigen sollte – im Bereich sozialer Systeme die gegebenen Regeln und Gesetzen geändert werden können; d.h. die Frage, wer sich wem anzupassen hat, die Beobachter den Regeln oder die Regeln den Beobachtern, kann oder muß in beiden Bereichen unterschiedlich beantwortet werden.

 

Literatur:

„Stellt sich heraus, daß eine Diskrepanz besteht zwischen der Beschreibung und dem tatsächlichen Verlauf von Naturvorgängen, so ist die Beschreibung zu korrigieren und nicht der Lauf der Natur.“

Wright, Georg Henrik von (1963): Norm und Handlung. Eine logische Untersuchung. Königstein (Scriptor Verlag) 1979, S.39.




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