36.3 Präskriptive Regeln (=Gebote): Legen fest, welche Verhaltensweise Spieler zu zeigen haben, wenn sie mitspielen/als Mitspieler akzeptiert werden wollen.

Im Unterschied zu Naturgesetzen, hat man – zumindest theoretisch – im Fall von präskriptiven Regeln, die sozial ausgehandelt und vermittelt werden, die Option nein zu sagen und nich „mitzuspielen“. Allerdings haben soziale Systeme, welche präskriptiven Regeln sie im einzelnen auch haben mögen, immer auch Regeln, wie sie mit den Mitgliedern umgehen, die sich nicht an diese Regeln halten (=abweichendes Verhalten zeigen – siehe Satz 73 ff.). In Staaten werden – wie Georg Hendrik von Wright – Schüler und Nachlassverwalter Wittgensteins -, von dem die Unterscheidung zwischen deskriptiven und präskriptiven Regeln hier übernommen wurden, bemerkt, diese REgeln durch die staatliche Autorität mit dem Zweck der Verhaltenssteuerung erlassen. Dem ist hinzuzufügen, dass es nicht immer einer höheren Autorität bedarf, um solche Regeln und Gesetze zu etablieren, da sie sich auch selbstorganisiert entwickeln, was ihrer Autorität keinerlei Abbruch tut.

 

Literatur:

„Die Gesetze des Staates sind präskriptiv. In ihnen sind Bestimmungen über das Verhalten und den Umgang der Menschen niedergelegt. Sie besitzen keinen Wahrheitswert. Ihr Zweck ist es, auf das Verhalten einzuwirken. Wenn die Gesetze nicht befolgt werden, strebt die hinter ihnen stehende Autorität in erster Linie danach, das Verhalten der Menschen zu korrigieren. Manchmal ändert diese Autorität aber auch die Gesetze – vielleicht um sie den Fähigkeiten und Bedürfnissen der ‚menschlichen Natur‘ besser anzupassen.“

Wright, Georg Henrik von (1963): Norm und Handlung. Eine logische Untersuchung. Königstein (Scriptor Verlag) 1979, S.19.




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