36.3.2 Präskriptive Regeln sind nur manchmal explizit und den Spielern bewusst, sie sind aber im Prinzip dem Bewusstsein zugänglich.

Das dürfte der größte Unterschied zwischen sogenannten Gesellschaftsspielen und Gesellschaft sein. Bei Gesellschaftsspielen und im Sport gibt es explizite Spielregeln (die manchmal sogar von „Verbänden“ festgelegt, modifiziert und überprüft werden. Im alltäglichen Zusammenleben entwickeln sich solche Regeln, und sie sind daher oft flexibler als die offiziellen Regeln von Gesellschaftsspielen. Diese Flexibilität resultiert aus der Tatsache, dass die Spieler miteinander die Regeln im wahrsten Sinne des Wortes „aushandeln“. Wenn sich jemand nicht an die Erwartungen seiner Interaktions- und Kommunikationspartner hält, so können sie ihn „zur Ordnung“ rufen und gegebenenfalls sanktionieren, oder sie lassen sein Verhalten zu, wodurch – wenn dies länger unsanktioniert geschieht und von anderen nachgeahmt wird – sich stillschweigend die Regeln ändern.




2 Gedanken zu „36.3.2 Präskriptive Regeln sind nur manchmal explizit und den Spielern bewusst, sie sind aber im Prinzip dem Bewusstsein zugänglich.“

  1. Auch auf dem Spielfeld „Schule“ setzt sich immer mehr die Basarmentalität durch, dass die Schüler mit dem Lehrer über alles verhandeln können.

  2. Heute haben Jugendliche keinen Respekt mehr vor Eltern, Lehrern und anderen Autoritäten – nicht immer zu ihrem Vorteil, denn Freiheiten haben sie genug.

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