36.3.3 Gebote legen lediglich das minimal erwartete Verhalten fest, begrenzen aber nicht den Raum, kreativ neue Verhaltensweisen zu erfinden und zu zeigen.

Das „minimal erwartete Verhalten“ definiert die Grenze, die nicht unterschritten werden darf, wenn man weiter „im Spiel“ bleiben will. Wer in der Hinsicht „zu wenig“ tut, muss mit der Ausgrenzung aus dem System rechnen.

Bei Vereinen ist dies meist die Zahlung des Mitgliedsbeitrags. In Fachgesellschaften, die sich um eine orthodoxe Lehre herum bilden (wie etwa psychoanalytische Gesellschaften oder Institute), müssen bestimmte Inhalte immer mal wieder öffentlich proklamiert werden, damit deutlich ist, dass die Loyalität zu dem jeweiligen Verein noch besteht. Bei manchen mafiösen Organisationen wird – in entsprechenden Hollywoodfilmen zu verfolgen – gefordert, einen Menschen umzubringen, so dass die Zugehörigkeit auch durch die staatliche Strafandrohung abgesichert wird.

Doch Gebote stellen nur die eine Grenze der individuellen Handlungsfreiheit, die durch Spielregeln eingeengt wird, dar. Die andere Begrenzung des Freiraums erfolgt durch Verbote (=proskriptive Regeln).

 

 




2 Gedanken zu „36.3.3 Gebote legen lediglich das minimal erwartete Verhalten fest, begrenzen aber nicht den Raum, kreativ neue Verhaltensweisen zu erfinden und zu zeigen.“

  1. Anderes Beispiel: Ab und zu ein Blumenstrauß und eine Umarmung oder wenigstens ein Kuss stellen die Minimalerwartungen von Frauen im Spiel der Ehe dar.

  2. Bestimmte Männer ziehen deshalb einen Ehevertrag vor, in dem alle Regeln stehen.
    Motto: „Dass ich sie liebe, habe ich meiner Frau ganz am Anfang schon gesagt. Wenn sich daran etwas ändern sollte, werde ich sie das wissen lassen.“

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