36.4.1 Verbote definieren, welches Verhalten auf jeden Fall von einem Spieler unterlassen werden muss, das heißt, er kann erwarten, dass von ihm erwartet wird, dieses Verhalten nicht zu zeigen.

Proskriptive Regeln legen die zweite Grenze des Verhaltensspielraums fest, innerhalb dessen das Verhalten von den Mitgliedern des sozialen Systems frei gewählt werden können, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

Bestimmte, mehr oder weniger klar definierte Handlungen dürfen nicht vollzogen werden. Das heißt, sie sind im Prinzip möglich (denn Unmögliches muss nicht verboten werden) und es wird als Frage der individuellen Entscheidung betrachtet, ob dieses Verhalten unterlassen wird oder nicht.

Dabei können Unterlassungen entweder die Funktion haben, Veränderungen herbeizuführen oder aber sie zu verhindern.

Wer vor einem extrem labilen Kartenhaus sitzt, wird den Atem anhalten, um es nicht zum Einsturz zu bringen (was hieße, die Veränderung zu initiieren) ; wenn er hingegen einen Ertrinkenden sieht und sich entschließt nicht ins Wasser zu springen, um ihn rettet, so führt seine Unterlassung zu einer Veränderung (den Tod des Nicht-Schwimmers).

 

Literatur:

“Neben den Handlungen (Akten) haben wir auch deren »Korrelate«, die Unterlassungen, zu betrachten. Was heißt es, etwas (zu tun) zu unterlassen?

(…)

Wir schlagen die folgende Definition vor:

Ein Handelnder unterläßt es in einer gegebenen Situation, etwas bestimmtes zu tun, gdw. er es zwar tun kann, es aber doch nicht tut.”

Wright, Georg Hendrik von (1963): Norm und Handlung. Königstein (Scriptor) 1979,  S. 56.




2 Gedanken zu „36.4.1 Verbote definieren, welches Verhalten auf jeden Fall von einem Spieler unterlassen werden muss, das heißt, er kann erwarten, dass von ihm erwartet wird, dieses Verhalten nicht zu zeigen.“

  1. Tut jemand etwas Verbotenes, sagen die Anderen: “Das ist doch unmöglich!”, nicht “Das ist doch verboten!”, z. B. einen Ertrinkenden nicht zu retten oder Vater, Mutter, Geschwister, Onkel und Tanten zu erschießen und dann die Polizei anzurufen.

  2. uuups … blablabla
    Blubb

    “Ein Handelnder unterläßt es in einer gegebenen Situation, etwas bestimmtes zu tun, gdw. er es zwar tun kann, es aber doch nicht tut.“
    Wright, Georg Hendrik von (1963): Norm und Handlung. Königstein (Scriptor) 1979, S. 56.

    “… wenn er hingegen einen Ertrinkenden sieht und sich entschließt nicht ins Wasser zu springen, um ihn rettet, so führt seine Unterlassung zu einer Veränderung (den Tod des Nicht-Schwimmers).”

    Es wundert mich ja immer wieder, zu welch grandiosen Formen an syntaktischen Fehl- bzw. Mißgeburten sich unter intellektuelle Bücherschreiber hinreißen lassen. Nur zur erläuternden Erfüllung des hochkomplexen Rauschens in Blätterwald

    🙂

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