36.4.4 Die Missachtung von Verboten wird innerhalb des Spiels sanktioniert, im Extremfall durch Ausgrenzung.

Die Angst ausgegrenzt zu werden, dürfte erklären, warum sich ganz intelligente Leute an schwachsinnige Spielregeln halten (z.B. in Institutionen, die sich durch eine bestimmte Form der Orthodoxie definieren).

Das beste Beispiel für die Sanktionsandrohungen beim Verstoß gegen präskriptive wie proskritive Regeln, liefert das Alte Testament. Es besteht nicht nur zu einem großen Teil aus Geboten und Verboten, die weit über die sogenannten »10 Gebote« hinausgehen, sondern diese sehr detaillierten Anweisungen (für Riten, Opfergaben, alltägliche Verrichtungen, Hygiene, Partnerschaft usw.) sind mit Sanktionsdrohungen (meist dem Tod, der radikalsten Form der Ausgrenzung) unterlegt – kein milder oder gnädiger Gott, der da Regeln vorgibt.




4 Gedanken zu „36.4.4 Die Missachtung von Verboten wird innerhalb des Spiels sanktioniert, im Extremfall durch Ausgrenzung.“

  1. Jeder konstruiert den Gott, den er benötigt bzw. den die Gesellschaft zu diesem historischen Zeitpunkt benötigt.
    Heute wird niemand mit dem Tod bestraft, wenn er sich nicht die Zähne putzt, nicht duscht, Schweinefleisch verspeist oder stundenlang Gulasch köchelt.

  2. Tja, so tobt er eben, der Zeitgeist …
    und wird am Ende vor lauter „political correctness“ völlig geschmacklos und langweilig

    „Für die abendländische Kultur ist seit der Antike der Alkohol das Rauschmittel. in welchen Formen er auch genossen wird – als Wein, Bier oder Branntwein-, er ist so fester Besatndteil unserer Kultur geworden, daß wir sie uns ohne ihn nicht mehr vorstellen können. Dabei verfügen die antialkoholischen Bewegungen über einleuchtende Argumente. Zu offensichtlich sind die sozial destruktiven Folgen des Alkoholismus. Die Trunksucht ist eine der mächtigsten Zivilisationskrankheiten. Daß ihre materielle Ursache, der Alkohol, dennoch so fest in unserer Kultur verankert ist, zeigt, daß sie ihn offenbar. braucht.
    Ganz anders dagegen verhält es sich mit der Gruppe von Rauschmitteln, die in anderen Kulturen eine enorme Bedeutung erlangt haben, die aber in Europa nie richtig Fuß fassen konnten. Im Deutschen werden sie charakteristischerweise RauschGIFTE genannt – eine Bezeichnung, wie sie dem Alkohol höchstens von seiten seiner erbittersten ideologischen Gegner zuteil wird. Welche Vorstellung sich dahinter verbirgt, erklärt Rudolf Gelpke, ein Kulturkritiker in der Traditionslinie von Nietzsche und Ernst Jünger: „Allein schon die Verwendung des Begriffes ‚Rauschgifte‘ für ungefähr alle Berauschungsmittel (außer dem Alkohol) ist in höchstem Grade unwissenschaftlich; denn ‚Gift‘ ist nicht die oder jene Substanz, sondern eine bstimmte Substanz wirkt in einer bestimmten DOSIERUNG auf einen bestimmten Organismus ‚giftig.‘ Dieselbe Substanz kann also, in verschiedener Dosierung, als Berauschungsmittel ODER als Gift Verwendung finden …

    Schivelbusch W. , …
    Eine Geschichte der Genußmittel, (a.a.O)
    Hanser 1980, S.215 f

  3. Abends, wenn sich normale Männer auf den Weg ins Bett machen, wird der Nollendorfkiez erst so richtig warm. Hier, wo vor einigen Jahren der Grünen-Politiker Volker Beck verhaftet wurde, sieht man sie umherschleichen mit ihren Ledermützen, Netzhemden und Hotpants: die homosexuellen Männer Berlins auf der Suche nach Sex und Crystal Meth, den Schwulendrogen Nummer eins und zwei. Vorbei sind die Zeiten, als Händchenhalten im Park und das Tragen von Frauenwäsche die größten Kicks der Hundertfünfundsiebziger waren. Inzwischen geht es in der „Queer-Scene“ nur noch um den Mix aus Sex und Meth, Chem-Sex genannt. Meist finden sich größere Gruppen zusammen und sind dann das ganze Wochenende auf Droge und anderen Männern. Was bringt Menschen dazu, über Tage hinweg Orgien zu feiern, ohne dass auch nur eine Frau dabei ist? Die Antwort: Crystal Meth.

  4. eben;
    das ist und bleibt halt ein Riesengeschäft,
    so besch, es auch sein mag.

    Arme Schweine, die so was nötig haben

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