36.5.2 In demselben Spielfeld können unterschiedliche Spiele gespielt werden.

Hier könnte das Beispiel US-amerikanischer Präsidenten erneut ins Feld geführt werden. Aber, ohne jetzt in Details zu gehen, es ist ja eines der Ziele demokratischer Wahlen, unterschiedlichen Rollenträgern – z.B. Bundeskanzlern, Präsidenten usw. – die Möglichkeit zu geben,  den Rahmen, der durch Gesetze vorgegeben ist, unterschiedlich zu füllen. Ja, sie können auch die Gesetzte ändern, wenn sie sich die dafür notwendigen Mehrheiten beschaffen. Populisten kommen meist durch normale Wahlen – d.h. durch Nutzung des gesetzlichen Rahmens – an die Macht, um dann die Gesetze in einer Weise zu ändern, die verhindert, dass sie diese Macht wieder abgeben müssen.

Aber das Beispiel der Politik zeigt, dass es verschiedene Ebenen von Spielen gibt. Denn der gesetzliche Rahmen legt Spielregeln auf einer allgemeinen (=abstrakten) Ebene fest; die konkrete Regierungspolitik bestimmt Spielregeln auf einer erheblich konkreteren Ebene; und – um willkürlich ein Beispiel zu wählen – die Auslegung der Regierungsdirektiven durch nachgeordnete Behörden sorgt dann für die Konkretisierung, d.h. die erlebbare Interaktion zwischen Bürgern und Ämtern.

Analoges gilt für die Spielregeln in Organisationen.




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