38.1 Wahrnehmen/Beschreiben: Konstruktion von Phänomenen durch ein psychisches System und/oder die Kommunikation (= Beobachter).

Der Begriff Phänomen leitet sich vom Griech. Wort „phaínein“ ab, das ursprüngliche in einem weiten Spektrum von Bedeutungen verwendet wurde („sichtbar machen“, „(an)zeigen“, „verkünden“, „melden“, „offenbaren“, „scheinen“, „gesehen werden“ u.Ä.). Es ist nicht klar, ob damit ein aktiver oder passiver Prozess zu verstehen ist – beides ist möglich. Und das scheint angemessen, da es ja immer die Aktivität eines Beobachters ist, die ein Ereignis zum Phänomen macht. Was nicht beobachtet wird, kann nicht als Phänomen bezeichnet werden. Aber der Beobachter hat keine totale Kontrolle über das, was er beobachtet. Er ist immer – in der hier verwendeten Terminologie – darauf angewiesen, dass er irritiiert/perturbiert wird durch ein äußeres Ereignis (d.h. er ist auch passiv).

Mit Phänomen ist im hier diskutierten Zusammenhang das basale Element einer Beobachtung gemeint. Wenn man Wirklichkeitskonstruktionen als zusammengesetzte Einheiten betrachtet, so sind es Sinneswahrnehmungen, die ins Bewusstsein treten können, aber nicht müssen. Werden solche Wahrnehmungen – etwa in der Kommunikation – in Worte gefasst (= sprachlich codiert), so werden sie zur Beschreibung.

Der Begriff „Phänomen“ ist hier also nicht in der weiter aufgeladenen Bedeutung des philosophischen Diskurses  (Hegel, Husserl) verwendet.

 




3 Gedanken zu „38.1 Wahrnehmen/Beschreiben: Konstruktion von Phänomenen durch ein psychisches System und/oder die Kommunikation (= Beobachter).“

  1. @ 38.1 Wahrnehmen/Beschreiben:
    Konstruktion von Phänomenen durch ein psychisches System
    und/oder die Kommunikation (= Beobachter).

    wie ich den Satz verstehe:
    es ist möglich, ein Phänomen (eine Wahrnehmung)
    psychisch zu konstruieren,ins Bewusstsein zu bringen
    und
    es ist auch möglich ein Phänomen kommunikativ zu konstruieren ..
    z.B. „Des Kaisers neue Kleider“

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