38.1.1 Phänomen: Ein räumlich und zeitlich geordnetes Muster sinnlich (oder mithilfe von Beobachtungsinstrumenten) wahrgenommener (= unterschiedener und bezeichneter) Daten, unabhängig davon, ob dieses Muster selbstorganisiert entstanden oder durch den Beobachter konstruiert ist.

Die Wahrnehmungen eines Menschen umfassen in der Regel nicht nur einen „Kanal“, sondern hören, sehen, schmecken usw. erfolgen gleichzeitig. Sie werden von ihm  zu räumlichen und zeitlichen Mustern geordnet (gekoppelt) und verortet, d.h. entweder innerhalb oder außerhalb des eigenen Körpers lokalisiert. Das heißt nicht, dass sie dort tatsächlich erfolgen, aber in der subjektiven Welt des Beobachters erhalten die Phänomene einen Ort zugewiesen. Dass unterschiedliche Beobachter unterschiedliche Lokalisierungen vornehmen können, sei hier noch einmal in Erinnerung gerufen (wenn ein Individuum, zum Beispiel, Stimmen hört, die er außerhalb seiner selbst verortet, während alle Leute um es herum sagen, sie wären nur in seinem Kopf).

Zwischen der bewussten Konstruktion eines Musters, wie sie etwa von Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit vollzogen wird, indem Phänomene aufgrund theoretischer Erwägungen zueinander in Beziehung gesetzt werden, und ihrer (mehr oder weniger unbewusste) Selbstorganisation bei der Bildung alltäglicher Weltbilder des Nicht-Wissenschaftlers wird hier nicht unterschieden; außerdem ist auch offengelassen, ob diese Muster vom Beobachter kreiert sind, oder durch Prozesse, die unabhängig vom Beobachter ablaufen (was generell schwer zu klären wäre).




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