38.1.2 Phänomene werden im individuellen Weltbild und in der Kommunikation beschrieben (codiert in Form von Zahlen, Sprache/Texten, Bildern), wobei die Kommunikation auf die sinnliche Wahrnehmung ihrer Teilnehmer (= Organismus als relevante Umwelt) angewiesen ist.

Die Codierung ist keine harmlose Umformung von Informationen, sondern deren Umformung (im Sinne des hier verwendeten Formbegriffs), denn durch jede Codierungsmethode werden spezifische Innen-außen-Unterscheidungen bevorzugt und andere vernachlässigt oder ganz und gar in den blinden Fleck verbannt. Phänomene werden durch sie erzeugt und zum Verschwinden gebracht.

So werden z.B. durch die Orientierung an Zahlen (Statistiken, Reihenfolgen, Größen, Mengen etc.) qualitative Unterschiede implizit als irrelevant bewertet. Was sagt das Bruttosozialprodukt eines Landes tatsächlich über die Lebensqualität des einzelnen Bürgers aus. Die Senkung der Arbeitslosenzahlen gibt keinerlei Auskunft über die Qualität der Arbeitsstellen (siehe Billigjobs) usw.

Noch ein weiteres Problem ist mit den verfügbaren Codierungsmitteln verbunden: Affekte, Gefühle, koinästhetische Wahrnehmungen, sogenannte Bauchgefühle, Atmosphärisches usw. sind für das Wohlbefinden des Einzelnen wie auch sozialer Systeme von hoher Relevanz, aber sie lassen sich nur schwer direkt beschreiben und in die Kommunikation bringen. Daher wird – z.B. in Organisationen oft übersehen, welche Bedeutung sie für die Qualität des Arbeitslebens, der Produkte, den Erfolg eines Unternehmens oder die Funktionalität einer Behörde etc. haben.




3 Gedanken zu „38.1.2 Phänomene werden im individuellen Weltbild und in der Kommunikation beschrieben (codiert in Form von Zahlen, Sprache/Texten, Bildern), wobei die Kommunikation auf die sinnliche Wahrnehmung ihrer Teilnehmer (= Organismus als relevante Umwelt) angewiesen ist.“

  1. @“Die Codierung ist keine harmlose Umformung von Informationen, sondern deren Umformung“

    Meinten Sie: „Die Codierung ist keine harmlose Formulierung von Informationen, sondern deren Umformung“?

  2. um etwas umzuformen bedarf es aber nicht unbedingt der vorherigen Information, zumal Letztere sich sogar als ausgesprochen hinderlich erweisen kann, vor allem dann, wenn man mit der Schwarzmalerei von bzw. vor Betonköpfen konfrontiert wird und mit dieser/diesen nicht nur nicht kollusionieren und koalieren kann, sondern im Fall selbst bereits kollidiert …

    Beispiel:
    Prenez garde, Madam, s’isch Glatteis heit …
    … Voila, do leit se.

    ein Klassiker an Umformung der Information bereits im Fall

    🙂

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