38.2.5 Lernen beruht zu einem großen Teil darauf, dass Hypothesen, d.h. konstruierte generierende Mechanismen früher beobachteter Phänomene verallgemeinert werden zu deskriptiven, präskriptiven und/oder proskriptiven Regeln.

Der Erwerb von Wissen oder Können, die das Handeln eines Individuums leiten, kann auch als Erstellen von „Ursachenkarten“ (wie Karl Weick das nennt), d.h. Netzwerken von Ursache-Wirkung-Beziehungen, verstanden werden.
Mit anderen Worten: Ereignisse werden konzeptuell fest gekoppelt im Sinne von „wenn …, dann …“. Das bezieht sich auf
die Analyse ebenso wie auf die Synthese von Geschehnissen und Prozessen. Soll erklärt werden, wie ein beobachtetes Phänomen entsteht (z. B. ein positiv oder negativ bewerteter Zustand), so kann man versuchen, wie bei einem Kochrezept
die einzelnen Handlungsschritte zu unterscheiden und in eine zeitliche oder logische Abfolge zu bringen. Das gilt für die Analyse von Problemen (z. B. die Verschmutzung der Umwelt), es gilt aber auch für das Erfinden von Lösungen (möglichen Soll-Zuständen wie auch den Wegen zu ihnen). Auch hier können einzelne Prozessschritte zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmt konzipiert (= geplant) werden. Wenn sie dann tatsächlich in die Realität umgesetzt werden sollten, stellen sie gewissermaßen einen „Versuch“ dar, der sich daraufhin beobachten lässt, ob er nicht doch ein „Irrtum“ ist.

 

Literatur:

„[…] Ursachenkarten, welche untereinander verbundene Variablen enthalten
und aus früheren Erfahrungen aufgebaut werden. Wenn diese
Karten, die sich bei vorausgehenden Gelegenheiten als sinnvoll erwiesen
haben, den verwirrenden Vorlagen der Gegenwart übergestülpt
werden, können sie eine vernünftige Interpretation der Geschehnisse
liefern oder die Dinge noch mehr verwirren.“

Weick, Karl (1979): Der Prozess des Organisierens. Frankfurt (Suhrkamp) 1985, S. 191.




2 Gedanken zu “38.2.5 Lernen beruht zu einem großen Teil darauf, dass Hypothesen, d.h. konstruierte generierende Mechanismen früher beobachteter Phänomene verallgemeinert werden zu deskriptiven, präskriptiven und/oder proskriptiven Regeln.”

  1. Die international gefeierten Küchenchefs der konstruktivistischen Systemgastronomie halten sich stets und strikt an ihre perfekten Kochrezepte, denn wenn beispielsweise das Rezept für Nutella geändert wird, bricht in Deutschland fast die öffentliche Ordnung zusammen – wie sich im Oktober 2017 zeigte.

  2. never [ever] change a winning team …;
    es sei denn die Car(I)(d)(t)s seien derart abgegriffen,
    daß man sie entweder in Gänsze schreddern und wieder zu konglomer@ten
    verarbeiten muß, was zunächst eine Verdichtung provoziert, deren Ansatz noch zum
    im Trüben zu fischen veranlaßt. …
    All das -im Gießkannenmodus eines Brot-Trunks, mit Lug und Trug eines Federweißen-
    muß sich allerdings gefallen lassen, mit Füßen getreten und zunächst vom eigentlichen Kern separiert zu werden, um letztendlich zur Klärung beitragen zu können …
    Verständlich, daß Abgestandenes sauer werden muß, sofern la dolce vita durch Bitterkeit abgespalten, um quo ad vitam wieder eingeschleußt anreichend wirksam werden zu können …
    Es kommt eben immer darauf an in welchem Kontext zu welchem Zeitpunkt was steht.

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