4.4 Formen sind unterschiedlich haltbar, d.h. den Lauf der Zeit überstehend, abhängig von der (materiellen/ideellen) Beschaffenheit und Haltbarkeit des Mediums, in dem sie gebildet werden.

 

Das ist einer der Gründe, warum man sich als Teilnehmer an der Kommunikation sehr genau überlegen sollte, welches Kommunikationsmedium man verwendet. „Wer schreibt, der bleibt!“, aber nicht nur er, sondern aus „Was geschrieben ist, bleibt!“ – was denjenigen, die alle möglichen Intimdaten den sozialen Medien anvertrauen, irgendwann einmal furchtbar auf die Füsse fallen kann.

Das ist auch der entscheidende Unterschied zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation. Was gesagt ist, kann vergessen werden, es muss aktiv erinnert werden, und es ist – falls es nicht auf Band (o.Ä.) aufgezeichnet ist – nicht wirklich objektivierbar, da unterschiedliche Hörer sich unterschiedlich erinnern, was wie gesagt wurde. Es mögen dieselben Worte sein, die gesagt und geschrieben wurden, ihre soziale Wirkung ist sehr verschieden.

 

 




10 Gedanken zu “4.4 Formen sind unterschiedlich haltbar, d.h. den Lauf der Zeit überstehend, abhängig von der (materiellen/ideellen) Beschaffenheit und Haltbarkeit des Mediums, in dem sie gebildet werden.”

  1. Es sind mE keine „Worte“ oder „Wörter“, die gesprochen werden. Wären es Worte/Wörter, so wäre es Information. … Aber wie wir ja rekonstruieren können, funktioniert Sprechen anders, als über das Werfen von Worten von A nach B …

  2. Und auch beim Schreiben werfen wir keine bedeutungsvollen Zeichen … genau genommen ist da gar kein Zeichen als Zeichen, noch nicht einmal Tiefe im Sand, ehe sie nicht von jemandem als solche unterschieden wird.

    Bücher müssen auch weiter gedruckt werden, sie müssen im Bestand eines Verlags bleiben – denn wenn sie makuliert werden, dann bleiben nur ein paar Restposten in Bibliotheken, die niemand mehr findet, wenn sie nie besprochen werden. Das Geschriebene kann sich nicht wandeln, während sich das Leben wandelt. Daher müssen auch Theorien mit der Zeit gehen, offen bleiben für die Veränderungen in den Lebenswelten. Das Grundprinzip des Unterscheidens, das heißt die Art und Weise wie wir Menschen überhaupt unterscheiden können, dieses Grundprinzip wird sich jedoch mE nie ändern. Über diese Dinge kann man somit mE eine bleibende Theorie haben und auch niederschreiben. Das wird auch in hunderten Jahren nicht anders funktionieren … und hat nie anders funktioniert.

  3. Symbole kommunizieren Ideen wie etwa „Notre Dame“ die ideelle Macht der Kirche und des Konstrukts „Religion“. Diese beschädigte Macht wieder aufzubauen und zu erneuern, bedürfte es mehr als 10 oder 100 Millionen Euro, da sie den Lauf der Zeit lediglich in Form der Baumaterialien überstanden hat. Der Glaube der Menschen fokussiert sich längst auf das Konstrukt „Geld“.

  4. Symbole kommunizieren, was sie in die Symbole hineininterpretieren. Es hängt ganz von ihrem Erfahrungsschatz ab. Den können Sie aber schriftlich mitteilen, ich kann es lesen und dazu etwas sagen, basierend auf meinem Erfahrungsschatz! That’s the way it works …

  5. Z.B. in ein symbolisches Datum: Ist die Quersumme von 15.4.2019 nicht 22, also das Doppelte der Quersumme von 11.9.? Also, wer war’s? Ein antichristlicher Anschlag der islamistischen Terrortruppe, die seit 2015 nichts mehr gerissen hat, war längst überfällig.

  6. @1@2: danke, Andrea.
    Sich von innen nach außen (entäußernde) Information -auch in gedruckter und zielgerichteter Form- reicht eben nicht aus, auch dann nicht, darin Zeichen von hoher Symbolkraft vermittelt werden sollen.

    Hier zunächst einmal eine näherungsweise Definition anhand der Etymologie, des historischen Gebrauchs, woraus sich auch der „Code“ mit einer Fülle an unterschiedlichsten Bedeutung von Symbolen, zur Kennzeichnung mit potentiellem Erkenntniswert entwickelt hat.

    „Für die Wortgeschichte besonders bedeutsam war der Beginn des aristotelischen Traktats De interpretatione, wo die Schrift als „sýmbolon“ der gesprochenen Sprache sowie „das zur Sprache Gekommene“ als „sýmbolon“ der „Vorgänge in der Seele“ bestimmt wird.[1]

    Über das lateinische symbolum, das „(Kenn-)Zeichen“, „Emblem“, „Sinnbild“, „Bild“ bedeutete, gelangte das Wort in die deutsche Sprache.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Symbol

    Kurzum …
    Solange ein „Was sagt mir das? Was hat das für eine Bedeutung? Was bewegt eine bestimmte Botschaft in mir und/oder auch im Anderen ?“ fehlt
    und nicht auf irgendeine Form von Resonanz mit einer Wertzuweisung stößt,
    -welche Form, ob positiv und/oder negativ ist gleichgültig –
    verhallt ein gesprochenes wie auch ein geschriebenes Wort, eine Formel, oder noch allgemeiner ein Zeichen, das gesetzt und ausgestaltet wurde – im Nirgendwo.
    In bodenloser Resonanzlosigkeit ersinkend und gleichsam ohne Bedeutung, …
    … zunächst …

    bis irgendein neues Ereignis auftritt, das Impulse setzt, neue Fragen aufwirft und zu Darbietungen wie auch Darstellungen aus völlig anderen Perspektiven herausfordert.

  7. Genau das. Danke Dir! Was ist mit dem Filzhut 😉 Habe heute einer 94jährigen Dame dabei geholfen, ihre himmelblauen Baskenmütze auf den Kopf zu bekommen. Sie hat vorne gehalten, ich habe hinten gezogen. Dann habe ich hinten gehalten und sie hat vorne gezogen. Sky Blue. Ich schwöre: Im Zimmer hatte die Mütze eine andere Farbe als auf der Straße. Was einmal mehr zeigt, dass wir Beobachter darüber entscheiden, welche Farbe es nun ist – kontextabhängig. Sie hat den Unterschied aber nicht gesehen, denn sie hatte die Mütze ja am Kopf …

  8. @5 … könnte sein, nach gängiger Manier wie so oft entgegnet „verschwörungstheoretisch“ in ein Geschehen hineinfantasiert.

    Um Ihre These einmal aufzunehmen:
    Was aber wäre, wenn es sich -nicht wie in @5 beschrieben- bei diesem Ereignis um eine ganz bewußt inszenierte Form einer „Warmsanierung“ handeln würde, die -als eine Maßnahme zur Liquidisierung, sprich als Geldbeschaffungsmaßnahme ohne Gefahr einer definitiven Zerstörung bzw. Liquidierung gedacht und angelegt war?
    Glauben Sie, daß die Logiker und Logistiker der Parteien, die den Geldhahn gerne aufgedreht sehen wollen, sich in ihren spekulativen Fantasien nicht derartiges längst schon überlegt haben könnten?

    Worauf beruht denn der gemeinhin nützliche Gedanke im Handeln des Handels, wenn nicht auf dem Fragen-Antwort-Spiel mit Hintergedanken von „do ut des“ verbunden mit „Was ist es Euch wert?“

  9. @7 Tja, Andrea,
    Deine Geschichte mit dem Filzhut der alten Dame ist wunderbar und führt mich auch unmittelbar auf zwei unterschiedlich erinnerte Gedankenstränge (denen zu folgen, man aber auch nicht unmittelbar weiter vertiefen muß)

    Das eine war die Antwort eines Vaters an seinen Sohn, der wissen wollte:
    „Papa, was ist eigentlich ein Vakuum“ … Nach einigem Räsonieren erwiderte der Vater:
    „Ich hab’s im Kopf, komme aber nicht drauf.“

    🙂

    Die andere – der Tragik und Seriosität des gesamten Notre-Dame-Geschehens vermutlich wesentlich angemessenere und auch Hoffnung erweckende Anmerkung- stammt von Victor Frankl, dem Begründer u.a. der Logotherapie …

    „Wie oft sind es erst die Ruinen, die den Blick freigegeben auf den Himmel.“

  10. @11: aber Michael, doch net am morgigen Freitag.
    Morgen kommt ganz bestimmt keine Lotto-Fee.

    Karfreitag schreibt sich zwar net mit C …,
    aber der basst sogar den Bajuwaren innen Kram.
    An dem hochheiligen Feiertag sind die doch alle dicht,
    beim
    Bäcker – Metzger – Wirt

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