40.1.3 Starke Kausalität: Wenn ähnliche »Ursachen« ähnliche »Wirkungen « zur Folge haben / hervorbringen.

Man steigt ja bekanntlich nicht zweimal in denselben Fluss, daher ist es eigentlich fahrlässig davon auszugehen, dass das, was bei einem ersten Versuch funktioniert hat, auch bei einem zweiten (nur „ähnlichen“) Versuch funktioniert. Doch das ist eines der Prinzipien des Lernens-durch-Erfahrung. Wer sich einmal die Hände an einer heißen Herdplatte verbrannt hat, wird auch die nächste Herdplatte daraufhin beobachten, ob sie heiß ist. Wer einmal von einem Hund gebissen wurde, wird in Zukunft allen Hunde mißtrauisch begegnen usw. (obwohl es, nüchtern betrachtet, erst bei der Wiederholung eines Ereignisses – schon diese Formulierung ist problematisch, da sich Ereignisse nicht wiederholen, sondern lediglich vom Beobachter als »gleich« oder «ähnlich« konzeptualisiert werden – angebracht wäre, nach einer Gesetzmäßigkeit zu suchen; traumatische Erfahrungen führen offenbar zu einer „schnelleren“ Hypothesenbildung).

Auch Wahrscheinlichkeitsaussagen beruhen auf der Annahme, dass ähnliche Ursachen ähnliche Wirkungen entfalten. Die Algorithmen, die Amazon z.B. erlauben, aus der Tatsache, dass ein Kunde Babypuder bestellt, abzuleiten, es sei zweckdienlich ihm auch Werbung für Windeln zu schicken, beruhen auf solchen Vorannahmen. Und das funktioniert ja meist ganz gut, selbst wenn der Kunde im speziellen Fall das Puder für die eigenen Haut, die zart wie ein Babypopo ist, nutzen sollte.

 




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