40.1.4 fbs

Die Annahme, dass mehr Aufwand oder größere Anstrengungen zum Ziel führt, falls geringer Aufwand oder minimale Anstrengung nicht zum Ziel geführt haben, prägt das Alltagsdenken vieler Leute. „Ohne Fleiß kein Preis“ ist einer der moralisierenden Sinnsprüche, die man in Topflappen eingestickt findet und dieses Denken bestätigen. Leider – oder glücklicherweise – ist es aber so, dass weder Fleiß und große Anstrengungen immer belohnt werden, noch Faulheit oder Easygoing stets bestraft werden. Die Wirkung von Aktionen steht eben nicht immer, ja, sogar nur selten (wenn man genauer hinschaut) in einer geradlinigen Korrelation zur „Ursache“. Darin erweist sich, nebenbei bemerkt, auch die Rationalität ökonomischen Kalkulierens.

Aber auch viele Alltagsprobleme erhalten sich aufgrund dieses Denkens, was in der Literatur als „Mehr-desselben-Lösungsversuch“ (Watzlawick) beschrieben wird. Man hat eine Idee, wie ein Problem zu lösen ist, versucht es so, aber das Problem weigert sich zu verschwinden. Also macht man mehr desselben. Wenn die versuchte Lösung ein Aspekt der Herstellung und/oder Aufrechterhaltung des Problems ist, so führt das Viel-ist-gut-mehr-ist-besser-Denken zur Verschlimmerung des Problems. Bleibt noch anzufügen, dass dann üblicherweise der Rat eines Profis gesucht wird, der das professionell (mehr/intensiver…) betreibt, womit man selbst schon gescheitert ist…

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