40.2.2 Um selbstbezügliche Prozesse als kreisförmig zu bezeichnen, bedarf es der Abstraktion von der Zeit bzw. einer kreisförmigen Konstruktion von Zeit.

Figur 47

Wenn Ursache-Wirkungs-Sequenzen in sich „zurück“-laufen (=rekursive Funktionen/Rückkoppelungen/Wechselbeziehungen), so können sie als Kreis konzeptualisiert werden. Allerdings ist dies ein Konstrukt des Beobachters (= „Landkarte“) und nicht des „Objekts“ der Beobachtung (= „Landschaft“). Denn diese „Kreise“ sind ja nur zum Teil von irgend einem Konstrukteur in geradliniger Weise (wie z.B. ein Thermostat) zusammengesetzt worden, sondern sie sind meist selbstorganisiert entstanden; und die Frage, wo diese Zirkularität ihren Anfang genommen hat, ist nicht zu beantworten.

Letztlich kann die Beobachtung der Dynamik solch (abstrakter) Kreisprozesse an jeder Stelle begonnen werden, sodass die Abfolge von Ursache-Wirkung-Ursache-Wirkung-Ursache usw. beobachtet werden kann, wobei die Begriffe Ursache und Wirkung austauschbar sind, weil jeder Zustand beides ist: „Wirkung“ des zeitlich vorangegangenen Zustands/“Ursache“ des folgenden Zustands…

Und, wahrscheinlich nicht nötig noch einmal extra zu betonen: In komplexen Systemen handelt es sich um derartige Verknüpfungen um Netzwerke eine manchmal unüberschaubaren Vielzahl von Komponenten oder Elementen.




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