40.2.3 Wenn zirkuläre Prozesse in der (geradlinigen) Zeit realisiert werden, dann bestehen sie in der Wiederholung äquifunktionaler Ereignisfolgen (=generierender Prozesse), deren Folgen (=Ereignisse, Zustände) dann dem Beobachter als identisch (=nicht unterschieden) erscheinen.

Was der Mensch als Beobachter sich im Alltag nicht bewußt macht, ist die Tatsache, dass im Bereich lebender Systeme und Leben voraussetzender Systeme wie der Psyche oder sozialer System nichts existiert, was „an sich“ konstant bleibt. Es geht immer um die Wiederholung von Prozessen. Entweder wird ihr Ergebnis (unter Ausblendung des zugrunde liegenden repetitiven Prozessmusters) als statisch angesehen, oder es wird das Muster als Regel erlebt oder beschrieben.

 

Literatur:

„Sowohl Regelmäßigkeit als auch Konstanz setzen weiderholtes Erleben voraus, und Wiederholung kann nur auf Grund eines Vergleichs festgestellt werden, der ein Gleichheitsurteil liefert. Gleichheit ist aber, wie wir eben sahen, immer relativ: Gegenstände und Erlebnisse schlechthin sind »gleich« in bezug auf eben jene Eigenschaften oder Bestandteile, die im Vergleich in Betracht gezogen wurden.“ (S. 34)

Glasersfeld, Ernst von (1981): Einführung in den radikalen Konstruktivismus. In: Watzlawick, Paul (Hrsg.)(1981): Die erfundene Wirklichkeit. Wie wir wissen, was wir zu wissen glauben. Beiträge zum Konstruktivismus. München (Piper) 2. Auflage der Neuausgabe, S. 16 – 38.




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