40.3 Intentionalität: Ereignisse, Ereignisfolgen und Zustände sind Ausdruck oder Resultat absichtsvollen Entscheidens und Handelns.

Statt dieses schlichten Satzes könnte hier auch auf Bibliotheken voller Bücher verwiesen werden, in denen die Frage des „freien Willens“ diskutiert wird. Unabhängig davon, wie sie zu beantworten ist, scheint ein Modell, in dem das Verhalten eines Menschen als „Handlung“ (s. Sätze 42ff.) definiert und durch seine Entscheidung (=  kausal verortet im Bewusstsein) bzw. seine Motive erklärt wird, sehr praktisch im Blick auf die Spielregeln sozialer Systeme. Die Komplexität wird radikal reduziert, und es lässt sich ein Rechtssystem auf dieses Kontrukt bauen (das vielleicht nicht einmal fiktiv ist).

In der Praxis heißt das, man braucht sich nicht (oder nur am Rand) mit sozialen oder biologischen Bedingungen des Verhaltens eines Individuums zu beschäftigen, und wenn es zu irgendwelchen Schädigungen an Sachen oder Personen kommt, so „Ursache“ zum Synonym von „Schuld“. Dass es vor Gericht dann meist etwas komplizierter wird, sein angemerkt, aber das Prinzip der Komplexitätsreduktion, das darin besteht, erwachsene Bürger als handelnde Subjekte zu betrachten, ist dadurch nicht in Frage gestellt; und dadurch, dass „Täter“ manchmal exculpiert werden, weil sie – nach Ansicht eines psychiatrischen Gutachters – als „nicht schuldfähig“ (= keine handelnden Subjekte) diagnostiziert werden, auch nicht (s. Satz 73ff.).

 




2 Gedanken zu „40.3 Intentionalität: Ereignisse, Ereignisfolgen und Zustände sind Ausdruck oder Resultat absichtsvollen Entscheidens und Handelns.“

  1. Wenn es keine unabsichtlichen Fehler, Irrtümer und Versehen sowie keine Vergesslich- und Schusseligkeiten mehr gibt, sind dann all die Rechtschreibfehler und die vergessenen Kommentarfelder Ihre intendierte Absicht gewesen?

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