40.4 Funktionalität: Die Wechselbeziehungen zwischen Ereignissen, Ereignisfolgen und Zuständen (= Variablen) lassen sich im Sinne mathematischer Funktionen beschreiben.

Eigentlich müssten die zuvor genannten Formen geradliniger Kausalität hier als Unterpunkt aufgeführt werden, da auch Ursache-Wirkungs-Beziehungen sich als Funktionen darstellen lassen (oder anders gesagt: Die Idee der Ursache-Wirkungs-Beziehung ist problematisch, da es sich dabei meist um die Korrelierung von Ereignissen etc. durch einen Beobachter handelt).

Funktionen, das sollte betont werden, sind – wenn man es genau nimmt – keine Erklärungen, d.h. es werden lediglich Wirkungszusammenhänge  („Wenn-dann…“) beschrieben. Aber sie können in der Alltagspraxis an Stelle von Erklärungen genutzt werden, denn es reicht, funktionelle Beziehungen zu kennen, um sie zu Handlungszwecken nutzen, d.h. mit ihnen „rechnen“, zu können.

 

Literatur:

„Die Philosophen aller Richtungen stellen sich vor, daß die Kausalität zu den fundamentalen Axiomen und Postolaten der Wissenschaft gehört; doch – seltsam genug – in fortgeschrittenen Wissenschaften wie z.B. der Gravitationsastronomie kommt das Wort »Ursache« gar nie vor … Wie vieles andere, was die Zustimmung der Philosophen findet, ist m.E. auch das Kausalprinzip ein Relikt einer vergangenen Zeit, das wie die Monarchie, nur deshalb am Leben geblieben ist, weil man es für unschädlich hält.“ (S.  171)

[…]

„Zweifelsohne ist der Grund, weshalb das altbekannte »Kausalprinzip« die Bücher der Philosophen seit so langer Zeit durchgeistert, einfach der, daß sie Idee einer Funktion den meisten von ihnen unbekannt ist und daß sie deshalb nach einer ungebührlich vereinfachenden Darstellung suchen.“  S. (184)

Russell, Bertrand (1912/1913): On the Notion auf Cause. zitiert nach Wright, Georg Henrik von (1974): Erklären und Verstehen. Köigstein/Ts. (Athenäum) 1984, S. 43.




3 Gedanken zu „40.4 Funktionalität: Die Wechselbeziehungen zwischen Ereignissen, Ereignisfolgen und Zuständen (= Variablen) lassen sich im Sinne mathematischer Funktionen beschreiben.“

  1. @1 nein
    Kemmerich = f(Linke Grüne SPD CDU AFD)

    erstaunlich wie wenig systemisch gedacht wird

    wie sagt Helm Stierlin
    „das Tun des Einen ist das Tun des Anderen“
    (Zitiert aus meinem Gedächtnis)

  2. @2 nein
    Kemmerich = f(FDP Linke Grüne SPD CDU AFD)
    Ob das jetzt systemisches Denken ist?

    Denn politisch richtig wäre: Kemmerich = f(FDP+CDU+AFD)

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