42.2 fbs

Ob ein Mensch, der einen Ladendiebstahl begangen hat oder einen anderen Menschen umgebracht hat, gehandelt hat, d.h. ob seinem Verhalten eine bewusste Entscheidung zugrunde lag, ist eine Frage, mit der sich psychiatrische Gutachter vor Gericht abquälen müssen. Und sie ist – wenn man nüchtern darauf schaut – natürlich nicht wirklich zu beantworten. Hinzu kommt, dass die neuere Hirnforschung behauptet, es gäbe gar keine bewussten Entscheidungen von Menschen, sondern das Bewusstsein hinke zeitlich immer den Prozessen im Gehirn, die das aktive Handeln steuern, hinterher.

Allerdings stellt sich dann die Frage, warum zwischen dem Individuum und seinem Gehirn unterschieden werden sollte: Wem sind Verhaltensweisen zuzurechnen, wenn sie von einem Gehirn gesteuert wurden? Den Vertretern eines reinen Tatstrafrechts stellen sich derartige Fragen nicht. Allerdings müssen sie dann auch Zehnjährige, die ihre Geschwister beim Spielen mit Papas Pistole erschießen, ins Zuchthaus stecken.

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