44.1 Person: Das in der Kommunikation von ihm selbst und den anderen Kommunikationsteilnehmern gemeinsam konstruierte Bild eines Menschen, d.h. seiner körperlichen und psychischen Merkmale, soll Person genannt werden.

Der Begriff Person ist abgeleitet vom Lateinischen „per sonare“ hindurch tönen, was sich wiederum ableitet von der Maske der Schauspieler im Theater, welche getragen wurde, um eine bestimmte idealtypische Rolle und einen „Charakter“ darzustellen. Was oder wer hinter der Maske steckte, war dabei nicht so sehr von Bedeutung. Ganz analog ist auch zu verstehen, wie eine Person sozial konstruiert wird: das Bild von den charakterlichen Merkmalen eines Menschen, das wahrscheinlich nicht ganz unabhängig ist von den Strukturen und Dynamiken seiner Psyche ist, aber auch nicht wirklich durch sie (in einem geradlinig-kausalen Sinn) definiert wird.

 

Literatur:

„Personen sind Konstrukte eines Beobachters, hier der Familie, die den Menschen auferlegt, ja ihnen als Eigenkonstruktionen zugemutet werden. Über Personen, freilich nur über sehr wenige, kann die Umwelt, freilich nur in engen Ausschnitten, in das System wiedereingeführt werden, ohne damit ihre Unterschiedenheit einzubüßen. Die  Person, das ist ein Orientierungsgesichtspunkt, mit dem das System seine eigenen Grenzen unterlaufen kann, ohne sie dadurch aufzuheben oder zu verwischen“

Luhmann, N. (1988): Sozialsystem Familie. In: Soziologische Aufklärung Bd.5 (Westdeutscher Verlag) 1990, S. 200f.




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