46.3.2

Literatur:

„Das gesunde System, von dem oben geträumt wurde, läßt sich mit einem Akrobaten auf einem Hochseil vergleichen. Um die fortdauernde Wahrheit seiner Grundprämisse (»Ich bin auf dem Seil«) aufrechtzuerhalten, muß er die Freiheit besitzen, sich von einer unstabilen Position zur anderen zu bewegen, d.h. gewisse Variablen, wie die Stellung seiner Arme und die Häufigkeit seiner Armbewegungen müssen eine große Flexibiltät besitzen, die er verwendet, um die Stabilität anderer, fundamentalerer und allgemeinerer Charakteristika beizubehalten. Wären seine Arme festgebunden oder gelähmt (von der Kommunikation isoliert, dann müßte er fallen.“

Bateson, Gregory (1970): Ökologie und Flexibilität in urbaner Zivvilisation. In: ders. (1972): Ökologie des Geistes. Frankfurt (Suhrkamp) 1981, S. 638f.




8 Gedanken zu „46.3.2“

  1. Ein System ähnelt also einem Zirkus. Doch funktioniert es bloß mit Akrobaten und Artisten, die flexibel miteinander kommunizieren, oder ist es auch mit Autisten vorstellbar?

  2. Diese Logik versteht natürlich mal wieder kein Aas,
    um nicht zu sagen, keine Sau …
    Zudem schaut’s bei denen dort oben ohnehin
    ziemlich ratlos aus, in der Zirkuskuppel.
    So ungefähr wie bei Hempels unterm Sofa.
    Das kommt doch niemals an,
    so ohne Netz und doppelten Boden …

    Wenn man wenigsten wüßte, worauf das nun wieder abzielen soll. ..

    Des basst jo emoo werre üwerhaupt net zamme, so üwerzwerch in die Landschaft
    gesetzt. Des is doch nor alles ää un de selwe faule Zauber, vunn denne Fuzzies.

  3. Ich stelle hier manchmal schon Literaturstellen ins Netz, die zu Sätzen gehören, die ich erst später bearbeiten kann (ist einfacher, als sie auf einen Zettel zu schreiben und später zu suchen).

  4. @3 Ach was?
    Hätt ich gar nicht gedacht, daß sie überhaupt noch sowas wie Zettel kennen,
    zwischen all den Büchern. Zumindest die Nummern braucht’s doch noch,
    um sich zurechtzufinden. Die Numbers geben das nämlich garnicht so schnell her,
    aufm Apple. Aber wie dem auch sei, eigentlich fehlt mir hier noch Professor Oberschlau’s Kuh 🐄 🐮 … zum Ab- und Durchzählen.
    Die Schäfchen mein ich natürlich …

    Ergo?
    In Kürze, hierzu ein paar kleine Hilfestellungen

    VOM ZÄHLEN
    An den Anfängen

    Die Welt ist voller Mathematik, und sie war es schon immer. Das mag uns verwundern; gilt doch der Mathematiker als trockener, lebensfremder Brillenmensch, dessen Reich wahrlich nicht von dieser Welt ist, sondern der in Ellipsen und Hyperbeln, in Brüchen und Wurzeln, in Logarithmen und Integralen schwelgt. Ganz richtig. Aber wenn der Mann seine Brille 🤓 abnimmt und einmal Himmel und Erde durchmustert, dann nimmt seine Entdeckerfreude kein Ende. Da ist der Vollmond, wenn er hoch am Himmel steht: ein vollkommener Kreis, besser als mit dem teuersten Zirkel gezogen. Da ist der Bergkristall – wo gibt es schärfere, exaktere Winkel? In der majestätischen Dünung des Weltmeeres, im Pulsschlag des Wassers findet der Begriff der periodischen Funktion sein Abbild; und die kosmische Ornamentik des gestirnten Himmels zerfällt dem Mathematiker in eine unerschöpfliche Fülle geometrischer Beziehungen.
    Von Beginn an hat der Mensch auch Mathematik getrieben; er rechnete, zählte und maß, auch damals schon, als sein Geist noch längst nicht zum Bewußtsein seiner selbst gelangt war, ja es noch keine Begriffe auf der Erde gab. Er teilte die Jagdbeute in gleiche Teile und schuf Brüche; er schnitt sich eine Keule zurecht oder maß ein Stück Fell ab – Längen vergleichend und die Gegensätze ‚größer‘ und ‚kleiner‘ fassend. Er trat, die Windung eines Flußlaufes abkürzend, einen geradlinigen Pfad ins Steppengras – und zog damit die erste Sehne durch einen Kurvenbogen. Er schuf sich Töpfe, Hohlmaße und nahm damit die ersten Volumenbestimmungen vor. Und er bezeichnete den Ort eines Tieres in der Steppe, eines Berggipfels, vielleicht eines Sternes, indem er sagte: „Da, zieh eine gerade Linie, von diesen beiden Bäumen weiter, eine Handbreit nach links, dann triffst du auf den Ort, den ich meine …“ – und dies ist schon fast eine geometrische Konstruktion.

    S. 11

  5. Merke gerade, daß obiges Zitat nur mit
    einer Seidenzahl belegt ist …
    Erinnert mich an meine Tante Frieda , die
    zweite Patentante –
    Rotkreuzschwester ihres Zeichens,
    damals schon in Korea …
    eigentlich hieß sie Lehner,
    mit Mädchenname …
    aus KIB

  6. @5 „aus KIB“

    KIB steht für:
    Kodiak Island Borough
    Kirchheimbolanden (Kfz-Kennzeichen), Donnersbergkreis
    Ivanof Bay Seaplane Base (IATA-Code), Wasserflugzeugbasis von Ivanof Bay (Alaska), Lake and Peninsula Borough, Alaska

    KiB steht für:
    Kibibyte, 210 Bytes, 1024 Bytes
    Kinder in Bewegung (Gesundheitsaktion in Heidelberg)

    Kib steht für:
    Kibibit, 210 Bits, 1024 Bits
    Personen: Abdel Rahim el-Kib (* 1951), libyscher Politiker

    kib steht für:
    Koalib (Sprache) (ISO-639-3-Code), Heiban-Sprache im Sudan

  7. @6 … schön, nicht wahr, was sich hinter drei Buchstaben, die einmal als Zeichen gesetzt worden sind, so alles verbergen kann.
    Nur mag „schön“ nicht der richtige Ausdruck sein, zumal dies durchaus auch darauf verweisen könnte, sich am falschen Ort zu befinden. Bisweilen aber als Verweis auf die falsche oder auch richtige Zeit.
    Welche Geschichte im Einzelnen wohl dahinterstecken mag?
    Wobei „KIB“ in diesem Fall auf nichts anderes hindeutete, als darauf, woher sie kam. U.a. auch, um mich zur rechten Zeit mit in Empfang zu nehmen. Sie war einfach eine wunderbare Patentante, die als Krankenschwester bei meiner Geburt dabei war und mich nicht nur liebevoll in die Arme nahm, sondern mich sehr früh -sprich am zweiten Tag schon-, bereits auch einem Stück Schokolade 🍫 schlecken ließ.
    Vermutlich, um mich darauf vorzubereiten, was mich sonst noch erwarten könnte ….
    Das war selbstverständlich eine äußerst überwältigende Tat, mich auf so manch Genüsse neugierig zu machen, was zur Begrüßung von Neugeborenen nicht gerade so ganz üblich war und ist.

  8. … aber zurück zu @4
    und zu den Anfängen

    Diese wunderbare Geschichte entstammt einem Buch, das ich immer mal wieder gerne zur Hand nehme, da es einfach Freude macht über die Mathematik etwas derart schön formuliertes zu lesen.

    PAUL KARLSON
    VOM ZAUBER DER ZAHLEN
    Eine unterhaltsame Mathematik für jedermann
    Von Dr. Paul Karlson

    IM VERLAG ULLSTEIN
    © 1954 by Ullstein A.G., Berlin

    Man merkt daran, es stammt von einem echten Liebhaber der gesamten Materie, dem es offenbar ein Bedürfnis war, die „Mathematik für die vielen abzufassen, die zu dieser unser ganzen Leben beherrschenden Wissenschaft aus irgendeinem Grund keine rechte Beziehung finden können.“ (so im Vorwort des Verlags)

    Der Autor hat die Realisierung der Auflage allerdings nicht mehr erlebt.
    „Die Herstellung des Buches war schon weit gediehen, als sie durch das Kriegsende unterbrochen wurde. Da Paul Karlson seit April 1945 verschollen ist, hat der Verlag die Überprüfung des Textes und die Überwachung der Drucklegung in die Hände des Unterzeichneten gelegt, der sich als Verehrer des Verfassers von „Du und die Natur“ bekennt und den die Lektüre dieses Buches seinerzeit bestimmte, sich ebenfalls dem Studium der Pgysik und der Mathematik zu widmen. Er Hofft, diese Aufgabe im Sinnen von Paul Karlson gelöst zu haben.

    Dr. Friedrich L. Bauer

    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_L._Bauer

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