46.7.1 fbs

In der praktischen Anwendung des Tetralemmas in Therapie und Beratung haben Kollegen (Sparrer/Varga v. Kibéd) eine fünfte Position eingeführt („Und auch das nicht“), die eine Position jenseits der vier hier genannten Möglichkeiten verortet oder besser gesagt: fluktuieren lässt. Wenn man sich an einem konkreten Unterscheiden und Bezeichnen (=Beobachten) orientiert, so ist solch eine fünfte Position m.E. nicht notwendig, da sie in der Weder-noch-Position ihren Platz findet. Aus der Diskussion scheint mir, dass die fünfte Position dem Ziel des Zen-Buddhismus am ehesten entspricht, die einen Bewusstseinszustand vor bzw. nach jeglicher Unterscheidung anstrebt, wenn in einem Koan z.B. der Zen-Meister seinem Schüler einen Stock zeigt und ihn mit der pragmatischen Paradoxie konfrontiert: „Nenne dies einen Stock, so schlage ich dich damit! Nenne dies keinen Stock, so schlage ich dich damit!“

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