46.8.3 Während die jeweiligen Subsysteme (=Untereinheiten/Abteilungen/ Komponenten) ambivalenz- und konfliktfrei handeln können, entfaltet das soziale System als Ganzes, d.h. als handelnde Einheit, die Paradoxie und verwandelt die logische Kontradiktion in eine soziale Struktur, ohne im Sinne einer Entweder-oder-Alternative für oder gegen die eine oder andere Seite zu entscheiden.

Wenn die sich widersprechenden Aufgaben, die mit einer pragmatischen Paradoxie auf zwei (oder mehr) Akteure (Individuen, soziale Organisationseinheiten etc.) aufgeteilt werden, so hat das zwar den Vorteil, dass jeder Aktuer ambivalenzfrei seine (Sub-) Funktion erfüllen kann, aber das Risiko ist, das alle Beteiligte übersehen oder vergessen, dass für sie diese Ambivalenzfreiheit nur deswegen möglich ist, weil eine andere Partei die andere Seite des Konflikts übernimmt (ebenfalls ambivalenzfrei). Denn das Gesamtsystem ist darauf angewiesen, beide Polaritäten zu realisieren. So kommt es dann oft zu sozialen Konflikten zwischen den Vertretern der Subsysteme, weil die Beteiligten nicht realisieren, dass sie aufeinander angewiesen sind, um ambivalenzfrei handeln zu können.

Ein einzelner Akteur, der keinen “Kooperations”-Partner hat, der die Gegenseite des Konflikts übernimmt, würde diese Situation als psychischen Konflikt erleben.




Ein Gedanke zu „46.8.3 Während die jeweiligen Subsysteme (=Untereinheiten/Abteilungen/ Komponenten) ambivalenz- und konfliktfrei handeln können, entfaltet das soziale System als Ganzes, d.h. als handelnde Einheit, die Paradoxie und verwandelt die logische Kontradiktion in eine soziale Struktur, ohne im Sinne einer Entweder-oder-Alternative für oder gegen die eine oder andere Seite zu entscheiden.“

  1. Wie sagte bereits Helmut Schmidt: “Jeder macht, was er will; keiner, was er soll; und alle machen mit”.

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