5.1 Kreis: Operationen des Unterscheidens bzw. die durch sie kreierten Einheiten, die im Bereich der materiellen Welt verortet werden, sollen im Rahmen der hier präsentierten Erörterung als Kreise auf einem zweidimensionalen Blatt Papier repräsentiert werden (es kann aber auch jede andere geometrische Figur verwendet werden, deren Grenzen geschlossen sind wie z.B. ein Dreieck, Quadrat, Hexagon oder…):

 

Politische Landkarten zeigen – aus einer Vogelperspektive die Grenzen von Nationen (obwohl zu bezweifeln ist, dass Vögel sich für nationale Grenzen interessieren, und wahrscheinlich auch keine Vögel so hoch fliegen, dass sie tatsächlich die Einheit eines Landes – es sei denn es wäre sehr, sehr klein, und hätte erkennbare Grenzen; Liechtenstein, Andorra, San Marino, Monaco fallen daher wohl als Beispiele aus – von oben erkennen könnten. Eigentlich sind ja solche Einheiten auch in erster Linie imaginäre Grenzen, die erst durch das tägliche Erleben derer, die sie kreuzen wollen oder müssen und nicht können, eine materielle Gestalt und Konsistenz gewinnen.

Literatur:

„First we may illustrate a form, such as a circle or near-circle. A flat piece of paper, being itself illustrative of a plane surface, is a useful methematical instrument for this purpose, since we happen to know that a circle in such a space does in fact draw a distinction. (If, for example, we had chosen to write upon the surface of a torus, the circle might not have drawn a distinction.)“

Spencer-Brown, George (1969): Laws of Form. New York (E. P. Dutton) 1979, S. 79.




1 Gedanke zu “5.1 Kreis: Operationen des Unterscheidens bzw. die durch sie kreierten Einheiten, die im Bereich der materiellen Welt verortet werden, sollen im Rahmen der hier präsentierten Erörterung als Kreise auf einem zweidimensionalen Blatt Papier repräsentiert werden (es kann aber auch jede andere geometrische Figur verwendet werden, deren Grenzen geschlossen sind wie z.B. ein Dreieck, Quadrat, Hexagon oder…):”

  1. … das sind bereits vordefinierte und abgeleitete Anweisungen, die sich für Illustrationen zum Erkennen von Unterschieden für ein Flachland – Denken eignen. Sie lassen sich, vergleichsweise in Pixel minimiert und auf dieser Basis weiter perfektioniert im Binär-Code zu Papier und auch auf einen Bild-Schirm bringen, um nach Regelwerken mit Booleschen Algorythmen vordefinierte Flächen und Muster aufzuzeichnen.

    Es ist absehbar, daß eine solche Darstellung auf Basis einer in Zweiwertigkeit verhafteten Logik scheitern bzw. durch ihre künstlichen Konstrukte, wie ein Aufbau dargestellt werden sollte, im Ergebnis in Paradoxien laufen muß. Denn alles, was die Kontinuität im Fluß der Bewegung künstlich (digitalisiert) zerhackt und getrennt hat, läßt sich nur schwerlich -ohne restitutio ad integrum- wieder zusammenfügen.

    Beobachten, um Formen zu finden, aufzeichnend darzustellen und zu umschreiben, ohne eine lebendige, in Bewegung befindliche Entität zu zerstören, folgt von Anbeginn an einem völlig anderen Ansatz.
    Das ist insbesondere dann wesentlich, wenn man den Fluß der Bewegung im Moment plastisch darstellen möchte und hierdurch auch den zeitlichen Ablauf in einem bestimmten Moment auf ein Bild bzw. eine Plastik festhält und quasi „einfriert“.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Camille_Claudel#/media/File:L62_-_Mus%C3%A9e_Rodin_-_Camile_Claudel_-_La_Vague.JPG

    „Es ist nicht nötig, daß der Leser seine Illustrationen auf die Vorschläge des Textes beschränkt. Er mag nach Laune abschweifen, seine eigenen Illustrationen erfinden, gleich ob diese mit den Befehlen des Textes knsistent oder inkonsistent sind. Nur auf diese Weise, aufgrund seiner eigenen Entdeckungen, wird er die Schranken oder Gesetze jener Welt deutlich erkennen, von der der Mathematiker spricht. Gleichermaßen ist es niemals nötig, daß,falls der Leser der Argumentation irgendwo nicht folgen kann, er an dieser Stelle stecken bleibt, bevor er nicht erkennt, wie er fortfahren kann. Wir können den Beginn von irgendetwas nicht völlig verstehen, bevor wir nicht das Ende sehen. Worauf der Mathematiker abzielt, ist ein vollständiges Bild zu geben; …“

    GSB , „Gesetze der Form“ (1997),
    Anmerkungen Kapitel 2, S.69

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