5.2 Kreuz: Operationen des ideellen Unterscheidens, die im Bereich des Sinns (d.h. der Ideen, Konzepte, Vorstellungen und Bedeutungen etc.) verortet werden, sollen im Rahmen der hier präsentierten Erörterung mit folgendem Symbol dargestellt werden, das Kreuz genannt werden soll (entsprechend der impliziten Anweisung, die hypothetische Grenze von der Außenseite zur Innenseite der Unterscheidung zu kreuzen, d.h. eine Operation des Unterscheidens zu vollziehen):

Figur 5

Das mag nach einem Kalauer klingen, wird aber dem Umstand gerecht, dass Worte meist einen Aufforderungscharakter haben und als Injunktionen oder Imperative wirken.  Generell wird ja der erkenntnistheoretische Stellenwert des Kalauerns grandios unterschätzt – Jan Philipp Reemtsma hat mal einen langen Artikel geschrieben, in dem er belegt hat, dass sowohl das Werk Sigmund Freudss als auch die  Heideggersche Philosophie ihre Wurzeln im Kalauer haen – was ich sehr überzeugend finde, siehe:

Reemtsma, Jan Philip (1990): Witzlosigkeit und Inhumanität. Philologische Gedanken über den Kalauer. In: ders. (1992): u.a. Falun. Reden und Aufsätze. Hamburg (Edition Tiamat) , S. 37 – 47.

 

Literatur:

Knowledge

Let a state distinguished by the distinction be marked with a mark

 

of distinction.

Let the state be known by the mark,

Call the state the marked state.“

Spencer-Brown, George (1969): Laws of Form. New York (E. P. Dutton) 1979, S. 4.

 

Operation

We now see that if a state can be indicated by using a token as a name it can be indicated by using the token  as an instruction subject to convention. Any token may be taken, therefore, to be an instruction for the operation of an intention, and may itself be given a name

cross

to indicate what the intention is.

 

Relation

Having decided that the form of every token called cross to bei perfectly continent, we have allowed only one kind of relation between crosses: continence.

Let the intent of this relation be restricted so that a cross is said to contain what is on its inside and not to contain what is not on its inside.“

Spencer-Brown, George (1969): Laws of Form. New York (E. P. Dutton) 1979, S. 6f.




2 Gedanken zu “5.2 Kreuz: Operationen des ideellen Unterscheidens, die im Bereich des Sinns (d.h. der Ideen, Konzepte, Vorstellungen und Bedeutungen etc.) verortet werden, sollen im Rahmen der hier präsentierten Erörterung mit folgendem Symbol dargestellt werden, das Kreuz genannt werden soll (entsprechend der impliziten Anweisung, die hypothetische Grenze von der Außenseite zur Innenseite der Unterscheidung zu kreuzen, d.h. eine Operation des Unterscheidens zu vollziehen):”

  1. Super, dass Sie auf dem sozialkritischen Auge nicht blind sind und sich auf einen Schüler der Frankfurter berufen. Jan Philipp Reemtsmas „Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur“, deren Vorstand er ist, besitzt den Nachlass Adornos und die damit zusammenhängenden Rechte. Das kam so: In den 1980er-Jahren ging das Geld aus dem Nachlass Adornos, das für die Pflege der kranken Gretel Adorno zur Verfügung stand, zu Ende. Und die Stadt Frankfurt sah sich nicht in der Lage, die Pflege von Gretel Adorno, einer promovierten Chemikerin, zu übernehmen, die nach dem Tod ihres Mannes einen grausam-erfolglosen Selbstmordversuch unternommen hatte, indem sie ätzenden Rohrreiniger schluckte. Der Testamentsvollstrecker Adornos kam auf Reemtsma zu, weil dieser bereits die Edition der Briefe Walter Benjamins finanziell unterstützt hatte, und regte einen Vertrag zwischen Frau Adorno und der Stiftung an. Diese übernahm die Pflegekosten für Frau Adorno, und im Gegenzug sollte der Nachlass von Adorno und Benjamin, der hinzugehörte, an die Stiftung gehen. Daher hat Reemtsma in Frankfurt das Adorno Archiv eingerichtet, das seitdem mit einem Aufwand von sechs Millionen Euro sechzig Publikationen vorgelegt hat.

    @FBS: Falls Sie einst nicht mehr wissen sollten, was Sie mir Ihrem Vermögen anstiften können, dann könnte ich mir ein ähnliches Mäzenatentum Ihrerseits durchaus vorstellen.

  2. Operation des Unterscheidens lassen sich also lediglich hypothetisch, im ideellen Bereich des Sinns (d.h. der Ideen, Konzepte, Vorstellungen und Bedeutungen etc.), vollziehen. In der Realität ist alles gekoppelt und ineinander verwoben.
    Eine realitätsbezogene Systemtheorie müsste also stärker diese vielfältigen Kopplungen analysieren als die („einfältigen“) Unterscheidungen.

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