5.6 Bestätigung (=confirmation): Die Bestätigung/Wiederholung eines Bezeichnens soll durch die Wiederholung eines Kreuzes dargestellt werden, wobei der Raum, Zustand oder Inhalt, auf den die beiden Kreuze verweisen, äquivalent zum Raum, Zustand oder Inhalt ist, auf den das einzelne Kreuz verweist.

Figur 10

Was in der Figur dargestellt ist wird bei Spencer-Brown „Condensation“ genannt: Wenn eine Unterscheidung zweimal gemacht wird, ist es so als ob sie einmal gemacht wird, d.h. die beiden Operationen des Unterscheidens werden „verdichtet“ und haben denselbe Effekt wie einmaliges Unterscheiden. Da Gleichungen von rechts nach links gleichermaßen wie von links nach rechts gelesen werden können, schien es mir überflüssig, eine zweite Gleichung, bei der auf der linken Seite des Gleichheitszeichens ein Kreuz steht und auf der rechten Seite zwei Kreuze stehen, hier anzuführen, was von Spencer-Brown als „Confirmation“ bezeichnet wird.

Der aus meiner Sicht – außer vor allem für die Dynamik von Träumen oder psychotisches Folgern – für die Praxis relevantere Begriff scheint mir die Confirmation (=Bestätigung); vielleicht sollte ich in einer nächsten Auflage daher die Gleichung umdrehen (aber im Prinzip reicht ja die obige Gleichung, da sie die Leserichtung nicht zwingend vorgibt).

Das Prinzip der Confirmation kann erklären, warum individuelle und kollektive Weltbilder gleich bleiben, obwohl die Welt sich verändert: Es werden einfach weiterhin die alten („bewährten“) Unterscheidungen vollzogen. Und wenn man die zweimal vollzieht, generiert das keinen neuen Unterschied, sondern erhält den alten. Das heißt aber auch für viele Bereiche unseres Alltagslebens, wenn wir nicht aktiv die Unterscheidungen (z.B. gesellschaftlichen Spielregeln, die uns lieb und teuer sind) aufrechterhalten, dann verschwinden sie. Man muss, aus dieser Perspektive betrachtet, den vielgeschmähten Wiederholungszwang loben und ehren, denn er sorgt für Stabilität in unserem Leben – was würde anderfalls aus dem mehrmals täglichen Zähneputzen? Auf der anderen Seite ist dieses dauernde Wiederholen natürlich auch ganz schrecklich.

 

Literatur:

The value of a call made again is the value of the call.

That is to say, if a name is called and then ist called again, the value indicated by the two calls taken together is the value indicated by one of them.

That is to say, for any name, to recall is to call.

Equally, if the content is of value, a motive or an intention or instruction to cross the boundary into the content can be taken to indicate this value.

Thus, also, the crossing of the boundary can be identified with the value of the content.“

Spencer-Brown, George (1969): Laws of Form. New York (E. P. Dutton) 1979, S. 1f.

 




26 Gedanken zu “5.6 Bestätigung (=confirmation): Die Bestätigung/Wiederholung eines Bezeichnens soll durch die Wiederholung eines Kreuzes dargestellt werden, wobei der Raum, Zustand oder Inhalt, auf den die beiden Kreuze verweisen, äquivalent zum Raum, Zustand oder Inhalt ist, auf den das einzelne Kreuz verweist.”

  1. „Da Gleichungen von rechts nach links gleichermaßen wie von links nach rechts gelesen werden können, schien es mir überflüssig, eine zweite Gleichung ….“

    Das können Sie natürlich so machen. Allerdings sperren Sie damit das Leben aus und
    erhalten, wie ich Ihnen ja schon öfter vorgehalten habe, tote Formen. Wenn Ihnen das reicht – o.k.
    Es geht hier um den Unterschied von dekontextualisieren / rekontextualiiseren.
    Autopoiesis verwirklicht sich im Zusammenspiel beider.
    Oder wie sehen Sie das?

  2. @1: Es geht ja hier um Bezeichnungen, die – wie Worte -immer Dynamik in Statik übersetzen und damit implizit verfälschen. Leben bzw. autopoiesis besteht darin, Prozesse, die zu einer Innen-aussen-Untetscheidung führen, zu wiederholen, so dass die Unterscheidung so lange erhalten (d.h. bestätigt) wird, wie dieser Prozess fortgesetzt wird. Ich sehe nicht, was Sie hier als Problem sehen…

  3. Satz 5.6 hat für mich eine ontologische Bedeutung: Das Sein definiert sich als Nicht-Nichtsein bzw. in der Unterscheidung zum Nichts. Die dargestellte Formel zeigt über die Bestätigung der Welt durch Wiederholen der gleichen Erklärungsmuster die Bedeutung der anderen für das eigene Selbst auf. Sie dienen der Herstellung von Identität durch Abgleich von Fremdbild und Selbstbild. Diese Formel veranschaulicht zudem die ontologische Unterscheidung von Für-Sich und An-Sich sowie das Oszillieren zwischen Kontingenz und Transzendenz.

  4. @ confirmation, repetition compulsion
    Wikipedia: „Wiederholungszwang ist ein von Sigmund Freud definierter Begriff zur Begründung des sonst schwierig zu erklärenden menschlichen Impulses, unangenehme oder sogar schmerzhafte Gedanken, Handlungen, Träume, Spiele, Szenen oder Situationen zu wiederholen.
    Eine ebenso von Freud beschriebene Eigenschaft der Triebe, nämlich ihr „konservierender Charakter“, ist nach ihm für das Erscheinen der Wiederholungsphänomene verantwortlich.
    Freud ist aufgefallen, dass der Wiederholungszwang eine Regelmäßigkeit des Verlaufs vieler Analysen darstellt und dass dieser sich besonders in der Übertragung zunächst nicht erinnerter Passagen des Lebens des Analysanden auf den Analytiker äußert.
    Später, im Rahmen der Beschreibung des Todestriebs, wird der Begriff des Wiederholungszwangs in „Jenseits des Lustprinzips“ (1920) ausführlich definiert und der Zusammenhang sowohl mit dem Todestrieb, als auch mit dem Begriff des Widerstands und dessen Konsequenzen für die psychoanalytische Kur beschrieben.
    Freud setzt sich in dieser Arbeit auch mit der Fragestellung auseinander, woher die Beharrlichkeit eines neurotischen Symptoms komme, wenn diese offensichtlich für den Analysanden ein Leiden darstellt: „Um diesen ‚Wiederholungszwang‘, der sich während der psychoanalytischen Behandlung der Neurotiker äußert, begreiflicher zu finden, muß man sich vor allem von dem Irrtum frei machen, man habe es bei der Bekämpfung der Widerstände mit dem Widerstand des ‚Unbewußten‘ zu tun.“
    In dieser Arbeit verlässt Freud explizit die von ihm so genannte „deskriptive Ausdrucksweise“ und beschreibt die Notwendigkeit einer dynamischen Betrachtung, die „nicht mehr das Bewußte und das Unbewußte, sondern das zusammenhängende Ich und das Verdrängte in Gegensatz zueinander bringen“. Das Ich habe bewusste und unbewusste Teile und nur einiges von dieser notwendigen Differenzierung sei mit dem Begriff des Vorbewussten abgedeckt. Nach dieser wichtigen Anmerkung werden für Freud erst folgende zwei Grundsätze möglich: Der Widerstand der Analysanden geht von ihrem Ich aus; der Wiederholungszwang ist dem unbewusst Verdrängten zuzuschreiben.“

  5. @5: Dann erklären Sie es mir doch bitte noch einmal. Ich bin offensichtlich schwer von Begriff.

  6. Der beschriebene Vorgang hängt mit dem Widerstand zusammen, den die Grenze bzw. Unterscheidung darstellt. Übersetzt man die zweite Bedeutung der Wörter „recall“ und „boundary“ mit „Erinnerung“ und „Barriere/Widerstand“ in einem psychoanalytischen Sinn, kommt man ab von der Formel mit dem Gleichheitszeichen, denn die Wiederholung hat einen anderen Wert und eine andere Bedeutung als die dadurch erinnerte Handlung. Der verdrängte Inhalt ist nicht der ursprünglich erlebte Inhalt, sondern ein unbewusst bearbeiteter und verformter. Die Wiederholung einer Handlung, Haltung oder Denkweise ist auch nicht dieselbe Handlung, Haltung oder Denkweise, sondern lediglich eine ähnliche, bereits weiterverarbeitete. Der als Erläuterung beschriebene Vergleich scheint mir nicht in allen Punkten zu Satz 5.6 zu passen.

  7. @ 6: Der Beobachter oder das beobachtende System muss, um seine Identität / Autopoiesis zu bewahren (–> re-entry: nicht nur seine ELEMENTE und seinen PROZESS als in Raum und Zeit mit sich selbst identisch beobachten, sondern auch sich SELBST), die empirische / sinnliche Welt in sich aufnehmen:
    dazu muss er / es laufend de- und ex-kontextualisieren (siehe oben @1); sich selbst raus- und wieder rein-rechnen. Wenn nun nicht zwischen Verdichten und Bestätigen unterschieden wird, geht das nicht.

  8. @8: In den Sätzen dieses Kapitels habe ich ja nur über die im Buch verwendeten Zeichen geschrieben, insofern sehe ich kein Problem in meiner Formulierung.
    Aber ich gebe Ihnen recht, dass ein (oder mehrere) Sätze zur Verdichtung und zum Unterschied zwischen confirmation und condensation fehlt bzw. fehlen.

  9. @7: Die Interpretation der von mir gewählten Logik von Bezeichnungen als Abbild der Psychodynamik war von mir nicht intendiert und scheint mir sehr gewagt.

  10. Warum „muss ein Beobachter sich selbst raus und reinrechnen“ wenn er die sinnliche Welt in sich aufnimmt? Das ist ja kein Akt des Aufnehmens, oder fragt das Licht den Beobachter ob es ihn nun blenden darf. Sinnliche Reizung passiert permanent, ohne Verrechnung. Da hätten wir aber viel zu tun, wenn wir ständig De und Exkontextualisieren würden. Woher nehmen Sie den diese Idee? Was bedeutet überhaupt Exkontextualisierung?

  11. @8: Vielleicht kann ich es so sagen: Was das Ergebnis betrifft (wofür das Gleichheitszeichen steht), können confirmation und condensation miteinander verwechselt werden. Was die Richtung und Charakteristika des Prozesses betrifft, müssen sie unterschieden werden…

  12. Ich verstehe nicht (und habe nie verstanden), wie „man“ „das“ (dieses Kalkül) so „einfach“ (diese Formeln) auf irgendetwas Lebendiges umlegen kann. Wer sagt, dass das passt.

    Wer oder was gibt euch dafür den Freibrief?

    Mir scheint das sehr gewagt. Sehr hypothetisch.
    Wir kommt ihr auf die Idee, dass das irgendetwas mit Lebensprozessen zu tun hat?
    Kann mir das bitte einmal jemand erklären!

  13. @13: Ein berechtigter Einwand. Offenbar eine der klassischen Verwechslungen von Speisekarte und Speise, wobei (metaphorisch gesprochen) das Schnitzel, das auf der Speisekarte steht, noch als integraler Bestandteil eines Kälbchens über die Wiese hüpft…

  14. @14: Mehrsprachige Speisekarten geben nicht selten Anlass für Verwechslungen von Vorstellungen und Speisen. Die Übersetzung von „Rabbit Hunter’s Style“ mit „Kaninchenjagd“ verspricht dem deutschsprachigen Gast ein zünftiges Abenteuer. „Roasted Ham Hock“ ist für Engländer lediglich eine gebratene Schweinehaxe, deutschen Gästen wird etwas ungleich Prickelnderes suggeriert: „Schweinefeleisch-Spiesse auf einem Teller gesteinigt“.

  15. @ 11 Andrea Christoph: eigentlich wollte ich ja hier nur mal kurz vorbeischauen und dann wieder verschwinden.
    Aber vielleicht doch noch ein Versuch, Ihre Frage zu beantworten, warum der Beobachter sich aus seinem Kontext raus- und wieder rein-rechnen muss. Und was das überhaupt heißen soll…

    Beobachten heißt, etwas zu markieren und das Markierte von dem – durch eben dieses Markieren erst geschaffenen – Kontext zu unterscheiden, zweifellos paradox.
    Wenn Beobachten zum (autopoietischen) System (zB Bewusstsein) werden soll (wenn das Bewusstsein „Gegen-stände“ erkennen / identifizieren soll), muss es sich daher – auf möglichst geschickte Weise – fortlaufend aus diesem Kontext raus- und wieder rein-rechnen.
    Dazu braucht es Steuermann- (oder Steuerfrau)-Qualitäten. Kybernétes = Steuermann.
    In meinen Worten: Kybernetik dritter Ordnung.
    Wenn Sie Lust haben, lesen Sie dazu mal meinen kurzen, nicht allzu schwierigen Text: https://technikundmimesis.wordpress.com/2019/06/08/was-heist-kybernetik-dritter-ordnung-und-wozu-brauchen-wir-so-etwas-uberhaupt/
    Vielleicht höre gelegentlich mal von Ihnen, ob Ihre Frage damit beantwortet ist.

  16. @11 … is doch völlig logisch, ACG,
    Du glaubst doch nicht, daß irgendwer von den Idioten, die sich hier tummeln,
    noch Zeit aufbringen; Romane zu lesen, geschweige denn, sich irgendwelchen
    Kühen zu widmen …
    Ochs&Esel reichen da nicht,
    Da muß man dann schon mit der Kettensäge antanzen,
    um letztlich den Bock zum Gardener zu machen, ohne sich groß zu echauffieren, bei dieser Stutenbissigkeit; biss hin zum großen Halali …

    kurzum +1 ist und bleibt halt ein ziemlich martialisches Geschaeft,
    im Rahmen der Mobilmachung.

  17. 17) Verschwinden Sie nicht wieder!

    Zum Markieren muss ich mich, scheint mir, nicht aus dem Kontext „rausrechnen“. Ganz im Gegenteil! Wie sieht das konkret aus? Können Sie ein Beispiel geben. Ich lese es heute (Text auf Ihrer Seite) noch und schreibe Ihnen dann hier noch einmal. Vielleicht können Sie sich dennoch die Mühe machen und mir diesen Aspekt erklären.

    Mir scheint eine Kybernetik 2. Ordnung im Sinne von Foersters ausreichend komplex. So komplex, dass es mich – und ich arbeite daran seit Monaten – an die Grenzen des Denkbaren bringt. Es ist schwieriger, als Donald Duck zu lesen, meine ich. Denn denken Sie sich konsequent bei Ihrem Beobachten mit und beobachten Sie ihre Beobachtungen konsequent, so gibt es niemals die Möglichkeit, aus dem Kontext auszusteigen. Nicht einmal im Traum.

  18. @ 19: zum Markieren müssen Sie sich natürlich nicht rausrechnen; das habe ich ja auch nicht gesagt. Dazu müssen Sie überhaupt nicht rechnen, markieren tun wir ja ständig. wir müssen den Beobachter erst dann mit Rechenkapazität ausstatten, wenn wir darüber nachdenken, wie es möglich ist, dass er sich als ein Selbst denken kann. aber lesen Sie vielleicht erst mal den Text.

  19. Habe es eben gelesen aber was Sie „empfehlen“ ist mE Kybernetik zweiter Ordnung nach H v Foerster. SELBSTReflexivität; biopsychosozial; mE braucht es einen Blick (kommunikativen Blick) auf unsere Beobachtung biologischer Formen. So können Sie Soziales und Biologisches zusammendenken. Oder um mit von Foerster zu sprechen: „Wir brauchen eine Theorie des Beobachters.“ Glaube nicht, dass Sie das bei Kant finden. Sie werden die Welt neu erfinden müssen und damit auch Ihr Philosophieren. Etwas Neues schaffen … so wie die Digitalisierung Neues schafft … Viel Vergnügen dabei!! Aber bleiben Sie 😉 (Alleine geht das nicht …).

  20. @ 21: ja, ich glaube, Sie haben verstanden, worum es mir geht.
    Wenn man mit HvF unter Kybernetik II „Kybernetik beobachtender Systeme“ versteht, dann ist das in der Tat Kybernetik II.
    Ich spreche dennoch von Kybernetik III, um damit anzudeuten, dass ich eine Kybernetik meine, die mit allen DREI Formen von Selbstreferenz rechnet. So wie HvF den Organismus als „Relator dritter Ordnung“ bezeichnet, „der die Relationen berechnet, die ihn als ganzen erhalten.

    Mit Zwei-Seiten-Formen (System / Umwelt) ist das nicht zu haben.
    So erkläre ich mir auch das Phänomen, dass dieser Denkansatz bis heute jedenfalls so wenig Resonanz auslöst. Ich habe gelegentlich auf facebook dazu geschrieben, sh. „luhmann-gruppe (deutschsprachig)“. Das ist fast so wie der berühmte Reissack, der irgendwo in China umfällt. Da müssen irgendwelche (für mich noch nicht ganz nachvollziehbare) kognitive Filter (inklusive der dazugehörigen emotionalen) am Werk sein.

    Was Kant betrifft: das war ursprünglich nur eine Vermutung von mir. Mittlerweile bin ich mir da sehr sicher. Kybernetik III kann unmittelbar auf Kant aufsetzen. Das hat dann einen doppelten Effekt: Die Perspektive „Kybernetik III“ erschließt Kants Erkenntnistheorie für unsere heutige Welt; und umgekehrt gewinnt Kybernetik III dabei selber an begrifflicher Schärfe und Transparenz.

    Meine Arbeit daran ist fast fertig. Ich mache daraus ein eigenes Buch. Der „Rest“ (Ko-Evolution von Bewusstsein und Gesellschaft) folgt dann anschließend (ist auch schon weit gediehen).

  21. ach, und noch was: Digitalisierung kann selbstverständlich nur an Vergagenem anknüpfen; der Gedanke der Singularität ist ein Monster.
    Digitalisierung und Algorithmisierung beginnen mit dem ersten Werkzeug und sind von allem Anfang an untrennbar mit gesellschaftlichem Handeln verbunden. Wir rechnen und deuten mit den / dem Finger (digitus).

  22. 24) Der Ausdruck „Digit“ meint aber doch „Ziffer“. Es ist auch hier die Frage des Umgangs mit der Technik/letztendlich „Ziffern“. Immer ist es die Frage, wie wir die Welt zaubern wollen (!), ob digital oder analog.

    Schön dass Sie das voranbringen! Werde es gerne lesen.

    Meine Vermutung ist, dass schon Kybernetik II einen so sehr in den Eingeweiden berührt, einen letztendlich immer auf einen selbst zurückwirft, und sie (Kybernetik II) daher (wie bei einem andauernden, nicht enden wollenden Blick in den Spiegel) eine Form der Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln, Denken und auch Da-Sein zur Folge hat, vor dem viele zurückscheuen (eine Pferdemetapher). Es ist doch einfacher, ein paar Pulverln zu verschreiben oder auch im therapeutischen Setting so zu tun, als hätte man als Beobachter mit dem Beobachteten nichts zu tun. Das ist meine Vermutung, aber möglich, dass es auch sehr individuelle Gründe sind und dieses von mir konstruierte „Muste“r nur meine Beobachtersicht widerspiegelt (wahrscheinlich, dass das so ist). Ich weiß darauf keine Antwort und denke darüber auch nicht nach. Es ist mir – um es Wienerisch zu sagen – völlig wurscht, was vermutlich daran liegt, dass ich mich nur peripher mit dem Denken anderer beschäftigte, nämlich nur dann, wenn es mich interessiert. Ich erwarte mir von anderen daher auch nichts anderes, wenn ich etwas publiziere. So ist die Rechnung irgendwie ausgeglichen, scheint mir.
    Also – einfach weitermachen!

  23. @ 25: sehr schön, Andrea!

    … dann können wir ja endlich mal damit anfangen, durchzuzählen, wie weit man kommt …
    nur mit Faust I und II (in der Tasche), in zusammengeballter Form …
    ich denke, fürs Erste – um sich erst einmal an die Zählerei zu gewöhnen, dürfte das Hexeneinmal-Eins genügen.

    „Du mußt verstehn!
    Aus Eins mach Zehn,
    Und Zwei laß geh,
    Und Drei mach gleich,
    So bist Du reich!
    … “

    So gesehen (… und auch gelesen und verstanden),
    kann man das schließlich anschließend auch wunderbar verdichten, indem man nur die Nullen wegstreicht,
    im Zweifel auch die Daumen versteckt und verschränkt -wie man es halt zum Beten gerade so braucht, denn, wenn man sich bedeckt halten will, braucht ja schließlich niemand zu wissen, wohin der Daumen gerade zeigt, Hauptsache das Kalkül im Sack stimmt, im Sinne der Eigenwerte ;
    … und der Rest wird anschließend zum Selbstläufer.

    Ob das nun gut geht oder nicht, mir diesem rauf und runter, ist mir persönlich auch völlig wurscht, ( im übrigen auch im Sinne des Vorher-Nachher-Unterschieds, sofern es mich nicht im Wesenskern meiner Aufgaben und Pflichten ganz elementar betrifft)

    … und der Rest interessiert sowieso nur diejenigen, die mit einer Vielzahl möglichst eine noch größere Vielzahl an Rang und Namen mit der Singularität ihres Eigenwertes erlangen und verbinden wollen …

    🙂

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