55.4.2 Die Mitarbeiter einer Organisation sind bereit, fremde Entscheidungen als Prämisse ihrer Aktionen zu verwenden, auch wenn sie keine eigene Motivation für sie besitzen, wenn sie nicht ihrem Selbstverständnis zuwiderlaufen und/oder sie ihnen indifferent gegenüberstehen (=Indifferenzbereich).

Wer in einer Organisation arbeitet, braucht für seine Arbeit weder eine eigene Motivation noch muss er die Ziele der Organisation  teilen (wenn er das tut, schadet evtl. sich selbst, da er einen über die Notwendigkeit Geld für den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen hinaus gehende Abhängigkeit entsteht). Seine oder ihre individuelle Ziele können im Extremfall sogar den Zielen der Organisation zuwider laufen (was die Qualität der Leistung nicht unbedingt reduzieren muss, aber doch ein wenig wahrscheinlicher macht – daher sprechen ja auch manche Mitarbeiter von Organisationen davon, dass sie keinen Lohn erhalten, sondern Schmerzensgeld).

Das Problem des Indifferenzbereichs ist, dass Mitglieder von Organisationen im Extremfall auch zu Untaten bereit sind, wie sich im Dritten Reich in deprimierend häufiger Weise beobachten ließ: Man brauchte auch keine eigene intrinsiche Motivation, um Menschen in Gaskammern zu schicken.




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