55.8 fbs

In den Organisationen der funktionell differenzierten Gesellschaft wird auf die Mitarbeiter nur selektiv zugegriffen, d.h. sie werden nur im Blick auf ihre Funktion im Rahmen der geteilten Arbeit in Anspruch genommen. Nach Feierabend können sie in ihren Kleingarten gehen, im Kirchenchor singen oder Sexualverbrechen begehen, ohne dass dies ihre Funktion in der Organisation beeinträchtigen würde oder dort auch nur zur Kenntnis genommen würde (Ausnahme: Verbrechen –  aber die natürlich auch nur, wenn sie bekannt werden).

In einer totalen Institution ist die Unterscheidung zwischen Privatleben und öffentlichem Leben bzw. Arbeitsleben nicht gegeben, denn alle Lebensäußerungen sind im Prinzip stets (24/7) der Kontrolle oder zumindest der Beobachtung ausgesetzt.

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