6.1 Wenn Beobachten beobachtet wird – vom Beobachter selbst oder einem weiteren Beobachter – so soll das als Beobachten 2. Ordnung bezeichnet werden.

Diese Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Formen des Beobachtens hat seine wurzeln in der Kybernetik. Siei beschäftigt sich mit der Erforschung der Steuerung und Regelung des Verhaltens von
Systemen aller Art. Der Mathematiker Norbert Wiener kreierte für diese transdisziplinäre Forschung den Namen 1948  den Namen „Kybernetik“.
Die Erforschung der Steuerung und Regelung des Verhaltens in
den übergeordneten Systemen, die entstehen, wenn man den Beobachter
mit einschließt (d. h. der Systeme, die aus beobachtetem System plus
Beobachter bestehen), wurde analog dazu von Heinz von Foerster
1974 mit dem Namen „Kybernetik der Kybernetik“ versehen. Um die
logische Hierarchie der jeweils untersuchten Typen von Systemen deutlich
zu machen, wurde von nun an die Untersuchung isolierter Systeme
ohne Einbeziehung des Beobachters als „Kybernetik 1. Ordnung“ bezeichnet,
die der aus untersuchtem System und Beobachter bestehenden
Systeme als „Kybernetik 2. Ordnung“.
Verbunden mit dieser logischen Hierarchisierung von Systemen –
unter Ein- oder Ausschluss des Beobachters – lassen sich auch unterschiedliche
„Ordnungen“ der Beobachtung unterscheiden: Die Beobachtung
eines Gegenstandes lässt sich als „Beobachtung 1. Ordnung“
und die Beobachtung der Beobachtung dieses Gegenstandes als „Beobachtung
2. Ordnung“ kategorisieren.

Literatur:

Foerster, H. von (1974): Cybernetics of Cybernetics. BCL-Report No. 73.38.
Urbana (University of Illinois).

Wiener, N. (1948): Kybernetik. Düsseldorf (Econ) 1992.




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