6.1.2 fbs

Der Beobachter 2. Ordnung muss sich also in einer Außenposition sowohl gegenüber dem Beobachter 1. Ordnung als auch dem vom Beobachter 1. Ordnung beobachteten Gegenstand befinden – wenn auch vielleicht nur fiktiv oder hypothetisch. Im Fall der Selbstbeobachtung geschieht das im besten Fall erst dann, wenn ein Individuum in seiner kognitiven Entwicklung in der Lage ist, sich nicht nur in die Position seines Gegenübers zu versetzen, um dessen Erleben empathisch nachzuvollziehen, sondern wenn er oder sie fähig ist, aus einer fiktiven Außenperspektive auf das Interaktions- oder Kommunikationsmuster zu schauen, an dessen Herstellung er oder sie beteiligt ist. Tatsächlich soll es ja möglich sein, auf sich, das soll in dem Fall heißen: den eigenen Körper, von außen zu schauen, wenn es zu Nahtoderfahrungen kommt (wenn man z.B. ganz entspannt von außen auf die Ärzte schaut, die verzweifelt versuchen, den eigenen Körper zu reanimieren, d.h. die Seele wieder in den Körper zurück zu holen, den sie schon verlassen hat, um von oben zuzuschauen – ob das wirklich so abläuft, kann ich nicht aus eigener Erfahrung beurteilen – aber es wäre sicher eine Außenperspektive, die der wörtlichen Bedeutung entspricht).

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