6.3 Auch Selbstbeobachtung ist eine Form des Beobachtens 2. Ordnung.

Wahrscheinlich ist dies eine der interessantesten Formen der Beobachtung 2. Ordnung, weil hier ein exklusiver Beobachter Zugang zu einem Phänomenbereich hat, der anderen Beobachtern verwehrt ist. Das heißt allerdings nicht, dass der Selbstbeobachter tatsächlich sieht, was mit ihm los ist. Denn zum einen ist der Bereich von Phänomenen, welcher der Selbstbeobachtung zugänglich ist, begrenzt (siehe die Unterscheidung bewußt/unbewußt). Auch wenn der Phänomenbereich einer fremden Psyche für einen Außenstehenden nicht direkt zugänglich ist, so kann solch ein Beobachter 2. Ordnung doch sehr wohl Hypothesen über die Psychodynamik eines anderen Menschen aufstellen und zu Geschehnissen in dessen Umwelt bzw. der Interaktion in Beziehung setzen. Darauf beruhen viele psychotherapeutische Methoden, vor allem die Psychoanalyse. Allerdings ist es mutig, dies als Beobachtung 2. Ordnung zu bezeichnen, wenn man nicht die Gedanken und Gefühle eines anderen lesen, sondern nur vermuten kann (Empathie hin oder her).




1 Gedanke zu “6.3 Auch Selbstbeobachtung ist eine Form des Beobachtens 2. Ordnung.”

  1. … naja, das erscheint für Leute, die gewohnt sind neben sich zu stehen -und dabei ihr bzw. sein Licht unter den Scheffel zu stellen – dann doch allzu gewöhnlich.
    Mut zur Lücke gilt schließlich nicht allenthalben als Tugend.

    Nur, was nutzen derlei Tugenden, wenn sie sich im Zweifel nicht in der Lage sehen,
    mit all den Lastern umzugehen, die sie üblicherweise umranken und umfloren.

    Ein Buch mit sieben Siegeln zu bergen und anschließend dorthin zu hieven, wo es auch hingehört, bleibt eben schon ein relativ waghalsig anmutendes Unterfangen.

    Vor allem dann, wenn dann eine(r) -völlig kataton- daher kommt und unbedingt ein Faß aufmachen will; und dann aber -anstatt den Schweigemantel anzubehalten, wie es sich geziemt – auch noch den Metabolismus aus der Mottenkiste holen bzw. diesen avisierend hinzuziehend zur Sprache bringen möchte.

    Völlig klar, daß die be- bzw. getroffenen Metaboliten ein derart kataboles Ansinnen erst mal nicht zu schätzen wissen.
    Vor allem nicht bei als Solitär gekenzeichneten Auftritten unter Paraphrasen, die nicht nur provokant und pubertär wirken, sondern sich im Anschluß daran -keineswegs altersgemäß- auch nachgerade parasitär – wie z.B. in Form von Aphorismen- auszubreiten pflegen.

    … herauskommen dann Spruchbänder mit Lösungsformeln wie

    „Nicht schon wieder;
    komm mir bloß nicht mit Meta-,
    ohne Ana- keine -lyse. Punkt.“

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