11 Gedanken zu “60.1

  1. Nach Kodo Sawaki ist religiös, was wiederholt wird. Warum nur die Enge, dass Religion (oder eben regelhaft vollzogene Rituale – kein Widerspruch) immer mit einem Gott voraussetzen?

  2. @2 Schön, danke!

    „Der zweite Einwand kritisiert eine Auffassung von der Wissenschaft, die für die Entstehung der Inkommensurabilität notwendig zu sein scheint. Ich habe bereits darauf verwiesen,
    [korrigierter Druckfehler im Original: dort steht – grammatikalisch falsch- „verweisen“]
    daß die Frage, ob zwei bestimmte umfassende Theorien wie die klassische Mechanik und die spezielle Reativitätstheorie inkommensurabel seien, eine unvollständige Frage ist. Theorien lassen sich verschieden interpretieren. In manchen Interpretationen sind sie kommensurabel, in anderen nicht. Der Instrumentalismus z.B. macht alle Theorien kommensurabel, die mit der gleichen Beobachtungssprache zusammenhängen und aufgrund von ihr gedeutet werden. Ein Realist dagegen möchte Beobachtbares und Nichtbeobachtbares auf gleiche Weise darstellen und erklären und benützt dazu die abstraktesten Begriffe der Theorie, die ihm gerade vorschwebt. [*127]
    Er benützt sie, um Beobachtungssätzen entweder einen Sinn zu verleihen oder ihren üblichen Sinn zu ersetzen.
    [FN *127: „Diese Überlegung wurde von Bohr und Rosenfeld zu einem Prinzip erhoben , Kgl. Danske Videnskab Selskab Mat.-Phs. Medd. Bd. 12, Nr. 8 (1933), und neuerdings von Matzke und Wheeler in ‚Gravitation and Geometry, I‘, ebenda S. 48: …]“

    stw 597, S.361 f

  3. „Ein Realist dagegen möchte Beobachtbares und Nichtbeobachtbares auf gleiche Weise darstellen und erklären und benützt dazu die abstraktesten Begriffe der Theorie, die ihm gerade vorschwebt. [*127]“

    Was ist unter Nichtbeobachtbares zu verstehen? Wie kann ich etwas Nichtbeobachtbares wie beispielsweise ein nicht erscheinendes Phänomen darstellen und erklären?

  4. @4 Naja, die Quantenphysik beruht im wesentlichen auf Hypothesen, wie etwas sein bzw. sich verhalten könnte, auf Basis von Beobachtungen und von Axiomen abgeleiteten Berechnungen, die anschließend auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und in einem Theorem bewiesen werden wollen bzw. sollen. Die Berechnungen mögen zwar vom Ansatz bis zum Q.e.d. in sich schlüssig sein, bleiben aber im Hinblick auf wahr-falsch (vgl. Gödel) in der Theorie immer unvollständig, vor allem aber im Hinblick auf Sinn bzw. Unsinn bzw. die Übertragbarkeit eines vom Beobachter 1. Ordnung gewählten Ansatzes

    … “ und benützt dazu die abstraktesten Begriffe der Theorie, die ihm gerade vorschwebt. Er benützt sie, um Beobachtungssätzen Sinn zu VERLEIHEN oder ihren üblichen Sinn zu ERSETZEN.
    (Zum Beispiel wird er die Ideen der speziellen Relativitätstheorie verwenden, um die übliche klassische Interpretation von Alltagsaussagen über Form, zeitliche Abfolge u.s.w. zu ersetzen) Hier wenden fast alle Empiristen ein, daß theoretische Begriffe durch Verknüpfung mit einer präexistenten Beobachtungssprache oder einer Theorie gedeutet werden, die bereits mit einer solchen verknüpft ist. So behauptet Carnap, es gebe „keine unabhängige Deutung für L(T) [die Sprache,in der eine bestimmte Theorie oder Weltauffassung formuliert ist]. Das System T [die Axiome der Theorie und die Ableitungsregeln[ ist selbst ein uninterpretiertes System von Postulaten. [Seine] Ausdrücke… erfahren nur eine mittelbare und unvollständige Deutung durch die Tatsache, daß einige von ihnen durch die [Korrespondenz] Regeln C mit Beobachtungsausdrücken verknüpft sind …“
    Wenn nun die theoretischen Ausdrücke keine „unabhängige Deutung“ besitzen, dann man sie nicht zur Berichtigung der Deutung von Veobachtungsaussagen heranziehen, die ja die einzige Quelle ihrer Bedeutung sind. Es folgt, daß der Realismus, so wie er hier beschrieben wurde, unmöglich ist, und daß keine Inkommensurabilität entstehen kann, solange man sich innerhalb der Grenzen der „vernünftigen“ (d.h. empirischen) wissenschaftlichen Methode hält.“

    „inkommensurable Theorien lassen sich also widerlegen durch Heranziehung ihrer jeweils eigenen Art der Erfahrung, d.h. durch Aufdeckung der inneren Widersprüche, an denen sie leiden. … Ihre GEHALTE lassen sich nicht vergleichen.

    „Keine der Methoden die Carnap, Hempel Nagel Popper oder selbst Lakatos heranziehen möchten, um wissenschaftliche Veränderungen rational zu machen, läßt sich anwenden, und die einzige Methode, die übrig bleibt, die Widerlegung wird stark geschwächt.
    Es bleiben ästhetische Urteil, Geschmacksurteile, metaphysische Vorurteile, religiöse Bedürfnisse, kurz es bleiben unsere subjektiven Wünsche: die fortgeschrittesten und allgemeinsten Bereiche der Wissenschaft geben dem einzelnen seine Freiheit zurück, die er in ihren einfacherern Teilen zu verlieren schien.“

    Paul Feyerabend „Wider den Methodenzwang“ S. 369

  5. @7: Wenn ich nicht hinschaue, dann bleibe ich auch für mich unsichtbar (was ja bei den meisten Leuten meistens der Fall zu sein scheint).

  6. @9 … aber bitte nicht am Cottbusser Tor hängenbleiben,
    die Busverbindung von dort zu „vive la france“ ist verdammt schlecht
    Allons enfants,
    … de Ia patrouille
    auf zur Bredouille…
    😉

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