60.4 fbs

Menschliche Wirklichkeitskonstruktionen sind an die Medien des Wahrnehmens/Beschreibens gebunden und an die Möglichkeiten des Erklärens mit Hilfe bekannter Mechanismen. Dieses Spektrum der Hypothesenbildung reicht nicht aus, um alles, was tatsächlich passiert, in seiner Nicht-Vorhersehbarkeit zu erklären.

Wenn es handelnde Akteure oder Kräfte gibt, die nicht an die den Menschen und seine Handlungsmöglichkeiten einschränkenden Realitäten bzw. das ihm auferlegte Realitätsprinzip gebunden sind, so müssen – paradoxerweise – nicht die verwendeten Erklärungsprinzipien in Frage gestellt werden. Es gibt dann eben neben der wissenschaftlich erforschbaren und analysierbaren Welt noch eine andere, in der diese Funktionsprinzipien nicht gelten. Auf diese Welt kann immer dann zur Erklärung zurückgegriffen werden, wenn man mit seinem Latein am Ende ist. Eine Immunisierungsstrategie gegen Wahrnehmungen und Erlebensweisen, die dem eigenen Wissen zuwiderlaufen.

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