60.5 fbs

Die Hypothese eines Super-Beobachters, der alles sieht, ist ein Versuch, der Nicht-Durchschaubarkeit – und damit der Nicht-Kontrollierbarkeit des individuellen Denkens und Fühlens – eine Macht entgegen zu setzen. Wenn der „liebe Gott“ alles sieht, dann kann man ihm und seinem Urteil nicht entgehen. Die Kontrolle kann so von äußeren Beobachtern auf den Selbst-Beobachter übertragen werden, der den internalisierten Super-Beobachter immer als Instanz mitdenkt und daher, auch wenn er die Versuchung spürt, nicht tut, was den jeweiligen sozialen Normen gemäß  verboten ist, oder, auch wenn er eigentlich nicht mag, macht, was sozial geboten ist…

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