60.6.3 Die Funktion der eine Gemeinschaft von Gläubigen versammelnden Rituale (z.B. Gottesdienst, Opferhandlung) besteht in der Erzeugung eines außerhalb dieses Kontextes nicht (oder nur selten) erlebbaren Gemeinschafts- und Erhabenheitsgefühls, der Zugehörigkeit und Teilnahme, der Kommunion.

Literatur:

„Neben der religiösen Individualität, der Ich-Seite religiöser Identität, läuft als zweite Schiene die Wir-Seite, die in der Erfahrung besteht,  Teil einer Glaubensgemeinschaft zu sein. Religiöse Gemeinschaft ist der interaktive Aspekt religiöser Identität. Im Gegensatz zur religiösen Individualität, die durch innere Ruhe gekennzeichnet ist, befindet sich das Individuum, wenn es religiöse Gemeinschaft erfährt, in einem hellwachen Zustand. Im günstigsten Fall bewirkt diese Facette religiöser Identität eine Ausweitung des Selbst und schafft  zwischen den Gläubigen ein Gefühl des Gleichklangs und des Mitschwingens. Jede Bedrohung der religiösen Gruppenidentität läßt Kommunalismus und Intoleranz entstehn und birgt das Potential für soziale Gewalt.“

Kakar, Sudhir (1996): Die Gewalt der Frommen. Zur Psychologie religiöser und ethnischer Konfikte. München (C. H. Beck) 1997, S. 194.

 




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