67. Konflikt

Die Frage, wie der Konflikt, der Streit, in die Welt kommt, beschäftigt die Menschheit seit eh und je. Interessanterweise ist heute im allgemeinen Sprachgebrauch immer noch – wie schon im Neuen Testament – eine landwirtschaftliche Metapher bzw. Alltagstheorie populär: Zweitracht wird gesät.

 

Literatur:

„Zwietracht, dis-cordia, dis-sidentia, dis-sensus, dis-cidium, scandalo, scisma – woher nur? Die Griechen hatten eine Göttin dafür: Eris. Unde ergo habet zizania?, fragen im NT [Anm. FBS: NT = Neues Testament] die Diener ihren Herrn, der doch reinen Weizen ausgesät hat. Die Zwietracht kommt vom Acker: Dort hat jemand, der »Feind«, sie gesät, hat den Weizen damit übersät: Cum autem dormirent homines, venit inimicus et superseminavit zizania in medio tritici. So die Parabel bei Matthäus (13,25). […] Zizanion, ein griechisches Wort, ‘Afterweizen, ‚Spreu‘. ‚Unkraut‘, vielleicht semitischer oder sogar sumerischer Herkunft, hat durch Matthäus die Bed. ‚Zwietracht‘ angenommen. Seminare la zizzània (aus dem Neutrum Plural wurde ein Femininum Singular) sagt man auf Italienisch heute noch.“

Köhler, Hartmut (2010): Fußnote des Übersetzers und Kommentators in: Dante Alighieri: La Commedia Divina/Die Göttliche Komödie. Italienisch/Deutsch. Stutgart (Reclam) 2010, S. 420.




2 Gedanken zu “67. Konflikt”

  1. Die Tracht ist was der Acker trägt, die Zwietracht das was er dazwischen trägt oder als zweites trägt ..

    auch hier die Beschreibung des Unterschiedes, Kraut und Unkraut, befrachtet mit der Bewertung …

    Othello fällt mir dazu ein …
    er sät und erntet ..

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