67.6.3 Zeitdimension (=Konflikt der zeitlichen Ordnung): Ereignisse/Geschehnisse werden in Bezug auf die Zeitdimension widersprüchlich wahrgenommen/beschrieben, erklärt und/oder bewertet, d.h. es entstehen Konflikte über den Ablauf der (gegenwärtigen) Vergangenheit, der (aktuellen) Gegenwart oder der (gegenwärtigen) Zukunft.

Die dritte Sinn-Dimension ist die Zeitdimension. Sie orientiert sich an Reversibilität und Irreversibilität, an Veränderungen, die zur Unterscheidung vorher/nachher führen. Auch Zeit ist ein Konstrukt von Beobachtern (siehe oben 10.2ff.). Und wie bei allen Beobachtungen und den mit ihnen verbundenen Interessen der Beobachter, können sie Anlaß für Konflikte sein – seien es psychischen Konflikte eines Individuums („tue ich erst dies und später jenes oder umgekehrt?“) oder die Konflikte zwischen irgendwelchen Parteiungen innerhalb eines sozialen Systems („heiraten/zeugen/investieren/gründen/kaufen/verkaufen… usw. wir sofort oder später?)…

 

Literatur:

„Die Zeitdimension wird dadurch konstituiert, dass die Differenz von Vorher und Nachher, die an allen Ereignissen unmittelbar erfahrbar ist, auf Sonderhorizonte bezogen, nämlich in die Vergangenheit und die Zukunft verlängert wird. Die Zeit wird dadurch von der Bindung an das unmittelbar Erfahrbare gelöst, die streift allmählich auch die Zuordnung zur Differenz von Anwesendem und Abwesendem ab, sie wird zu einer eigenständigen Dimension, die nur noch das Wann
und nicht mehr das Wer/Was/Wo/Wie des Erlebens und Handelns ordnet. Die Zeit wird neutral in Bezug auf Anwesend und Abwesend, und Abwesendes kann dann ohne Rücksicht auf die Zeit, die man braucht, um es zu erreichen, als gleichzeitig aufgefasst werden. Jetzt wird eine einheitliche, vereinheitlichende Zeitmessung möglich, und in der Zeitsemantik lassen sich dann auch die Zeitpunktsequenzen von den Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft-Verhältnissen trennen und zu ihnen in Beziehung setzen.“

Luhmann, N. (1984): Soziale Systeme. Frankfurt (Suhrkamp), S. 116.




2 Gedanken zu “67.6.3 Zeitdimension (=Konflikt der zeitlichen Ordnung): Ereignisse/Geschehnisse werden in Bezug auf die Zeitdimension widersprüchlich wahrgenommen/beschrieben, erklärt und/oder bewertet, d.h. es entstehen Konflikte über den Ablauf der (gegenwärtigen) Vergangenheit, der (aktuellen) Gegenwart oder der (gegenwärtigen) Zukunft.”

  1. na logo;
    wie gestaltet sich denn die Heraldik der gesamten Mischpoke?
    Man verschone mich vor all denne Sache, die heuer grad noch e Klick sin?
    Was sie freilich dann so Arbeit nennen, die vorgeblich frei machen soll,
    steht auf einem anderen Blatt. Nur ohne ohne Brief und Siegel.

    Na dann machen Sie sich mal frei, im Umgang. In und von Ihrem Umgang … Ich seh nur die Billionen noch nicht auf den Billetten, ääh Bouletten.
    Ich für mein Teil jedenfalls habe bislang niemanden gesehen, der/die sich jemals hatte freimachen können von der Haut, in der er/sie steckte. Und offengestanden gruselt es mich etwas, das nun anpacken zu müssen, angesichts all dessen was einen Adamsapfel sonst so alles zum tanzen verleiten könnte.
    Brandheiß auch dann, wenn man das Absolute in Kelvin faßt und anschließend in Fahrenheit notiert.

    „Alle Operationen in den gekoppelten Systemen sind nur Ereignisse. die vergehen, sobald sie vorkommen. Sie müssen daher die Differenz zur Umwelt über ein Nacheinander zueinander passender Operationen erzeugen. Das erfordert jeweils systemeigenene Gedächtnisse …
    Jedes System produziert [sry projiziert] deshalb Gleichlauf mit anderen Systemen und Ähnlichkeit der fremdreferentiell angezeigten Sachverhalten IN DIE WELT, obwohl es dafür keine Kontrollen und auch keine Metagarantien der Übereinstimmung gibt.“

    NL,aa.O, S. 116
    https://m.tagesspiegel.de/kultur/neues-buch-von-stephen-greenblatt-hatte-adam-einen-nabel/21227260.html

  2. „Remember that time is money.“ Benjamin Franklin

    „Viele, die ihrer Zeit vorausgeeilt waren, mussten auf sie in sehr unbequemen Unterkünften warten.“ Stanislaw Jerzy Lec

    „Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich wie das schlechte Gedächtnis.“ Anatole France

    „Eine schöne Uhr zeigt die Zeit an, eine schöne Frau lässt sie vergessen.“ Maurice Chevalier

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