68.7.2 fbs

Die Idee des handelnden, eigenverantwortlichen Subjekts ist in Bezug auf das Zusammenleben von Menschen sehr praktisch, d.h. für die Entwicklung der Spielregeln sozialer Systeme. Man muss sich dann eigentlich nicht wirklich Gedanken darüber machen, ob etwa in Wirklichkeit das Gehirn das Verhalten des Individuums steuert und das Bewusstsein den ursprünglich biologischen Entscheidungsprozessen nur mühsam hinterherhetzt.

Was wäre die soziale Konsequenz, wenn man zwischen dem Gehirn und seinem Besitzer unterscheidet und dem Gehirn für eventuelle Verbrechen zuschreiben und den Rest des Individuums exkulpieren würde? Man kann das Gehirn ja schlecht vom Rest des Körpers isolieren. Also steckt – da ist man dann auf der sicheren Seite – den ganzen Besitzer des Gehirns samt Gehirn in den Knast…

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